Kirchheim

Der Zwangsumzug hat sich gelohnt

Eventgastronomie Das Street Food Festival ist auf der Kirchheimer Hahnweide gut angekommen. Veranstalter Gunnar Stahlberg zieht eine positive Bilanz, viele Familien nutzten das Angebot. Von Iris Häfner

Täglich bis zu 10¿000 Menschen pilgerten zu den Trucks auf der Hahnweide.  Foto: Sebastian Stolz
Täglich bis zu 10¿000 Menschen pilgerten zu den Trucks auf der Hahnweide. Foto: Sebastian Stolz

Gestern Nachmittag, 14 Uhr, Parkplatz Hahnweide: Zwei Helfer laden die letzten fünf Paletten zu den übrigen in einen Anhänger. Schräg gegenüber warten zwei Frauen neben dem großen Abfallcontainer auf dessen Abtransport, ein paar blaue Säcke liegen noch daneben. Ansonsten: gähnende Leere.

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Vier Tage lang davor gab es dort ein ganz anderes Bild zu bestaunen. „Es waren rund 10 000 Leute täglich da. Die Nummernschilder der Autos auf dem Parkplatz waren der Hammer. Die kamen aus aller Herren Länder, selbst aus Leonberg“, freut sich Gunnar Stahlberg am Tag eins nach seinem Street Food Festival auf der Kirchheimer Hahnweide, das dort von Donnerstag bis Pfingstmontag stattgefunden hat. Die Parkplätze für etwa 800 Autos waren meist belegt bei entsprechendem Durchlauf in 13 Veranstaltungsstunden täglich am langen Wochenende, Donnerstag und Freitag waren es sieben Stunden. Hunderte von Fahrrädern und auch viele Motorräder zeugten von der Beliebtheit des Festivals. „Die Shuttle-Busse waren rappelvoll, wir mussten aufstocken, sodass mehr Busse im Einsatz waren als geplant - das alles hätte ich so nie erwartet“, ist Gunnar Stahlberg selbst vom Erfolg überrascht. Rundum also eine gelungene Premiere am neuen Standort. Zwei Mal fand das Street Food Festival auf dem Rollschuhplatz in der Innenstadt statt, nach Problemen mit der Lärmschutzverordnung wich Gunnar Stahlberg auf den Außenbereich aus.

Diese Entscheidung hat sich gelohnt. „Den Ärger darüber habe ich schon vor vier bis sechs Wochen abgehakt. Ich will und muss nach vorne schauen“, sagt er. Mindestens das Vier- bis Fünffache an Besuchern pilgerte zu den Trucks. „Das Ambiente war hier oben ganz anders als in der Stadt, aber auch toll - mit dem Sonnenuntergang hinter Bühne“, erzählt Gunnar Stahlberg. Waren die Gänge auf dem Rollschuhplatz etwa dreieinhalb Meter breit, brachten sie es auf der Hahnweide auf zehn Meter, sodass man hier auch trotz der Menschenmassen relativ entspannt durchschlendern konnte. „Es waren viel mehr Familien da als auf dem Rollschuhplatz. Das liegt vielleicht auch an dem kleinen Naherholungsgebiet mit den Bürgerseen“, mutmaßt er. Morgens um 7 Uhr bekam er seine Ware, um 15 Uhr war die nächste Lieferung fällig. „Palettenweise kamen die Getränke“, so der Veranstalter. Am Samstag waren einige Gastronomen schon ausverkauft. „Einer ist sogar nach Freiburg gefahren, um neue Ware zu ordern“, sagt Gunnar Stahlberg, der mächtig stolz auf seine Trucker ist. Nur vereinzelt hätten ein paar wenige ein oder zwei Stunden früher die Schotten dicht gemacht. Lange Wartezeiten ließen sich bei dem Andrang nicht immer vermeiden, deshalb überlegt Gunnar Stahlberg, künftig mehr Trucks zu organisieren. Im Moment sieht alles nach einer Wiederauflage auf der Hahnweide aus, sicher ist es jedoch noch nicht. In Kürze finden dazu die ersten Gespräche statt. Basis dafür sind die Erfahrungen der vergangenen Tage. „Auf jeden Fall wird es die gleiche Zeit sein - ob es vielleicht ein paar Tage mehr werden, wird sich zeigen“, sagt der Event-Manager. Das Zeitfenster liegt jedoch in der Natur der Sache begründet, denn jeden Mittwoch findet dort die Baumschulbörse statt. Mit dessen Veranstalter und Pächter des Parkplatzes, Karl Heinz Pfänder, besteht jedoch ein gutes Verhältnis, und auch die gute Zusammenarbeit mit der benachbarten Fliegergruppe Wolf Hirth hat angehalten.

Ganze Arbeit haben wieder die 30 Leute beim Abbau abgeliefert - wie schon zuvor beim Aufbau. Gut gelaunt hieven die beiden letzten Helfer die Paletten in den Hänger. „Wir haben schon gestern Abend mit dem Aufräumen begonnen. Das war alles super organisiert, das Büro hat mit dem Ablaufplan perfekte Vorarbeit geleistet“, loben sie.