Kirchheim

„Die Europäische Union muss dem Kreml die Stirn bieten“

Politik Moskauer Machtanspruch kollidiert mit westlichem Verständnis von Demokratie und Menschenrechten. FDP-Politikerin Renata Alt bezieht dazu Stellung. Von Helga Single

FDP-Fraktionsvorsitzender Christian Lindner, der außenpolitische Fraktions-Sprecher Bijan Djir-Sarai, Renata Alt und der europap
FDP-Fraktionsvorsitzender Christian Lindner, der außenpolitische Fraktions-Sprecher Bijan Djir-Sarai, Renata Alt und der europapolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Michael Link, legen für den Oppositionellen Boris Nemzow Blumen nieder auf der Großen Moskwa-Brücke, auf der er 2015 erschossen wurde. Foto: pr

Seit 2017 vertritt Renata Alt die FDP im Deutschen Bundestag. Sie wurde in der Slowakei geboren und war 24 Jahre alt, als die Mauer fiel. Die gelernte Chemieingenieurin weiß, wie es sich anfühlt, wenn Denk- und Meinungsverbote Bürger einschränken und Menschenrechte mit Füßen getreten werden. Deshalb ist es ihr ein großes Anliegen, in den sozialen Medien auf Missstände in der Ostpolitik aufmerksam zu machen.

„Den langen Arm Putins“ habe sie bereits selbst zu spüren bekommen, ...

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Anschläge auf Oppositionelle

Als Nawalny auf einem Flug von Tomsk nach Moskau das Bewusstsein verlor, befand er sich auf dem Rückweg einer Reise durch Sibirien. Er hatte Mitstreiter für die damals anstehenden Regional- und Kommunalwahlen unterstützt. Das Flugzeug musste außerplanmäßig in Omsk notlanden. Dort brachte man ihn ins Krankenhaus auf die Intensivstation und rasch war klar, dass eine Tasse Tee, mit entsprechender Beimischung des hochgiftigen Nervenkampfstoffes aus der Nowitschok-Gruppe dafür verantwortlich war.

Auf einige russische Oppositionelle sind in der Vergangenheit Anschläge verübt worden. Einer von ihnen ist Wladimir Kara-Mursa junior, ein Mitstreiter des 2015 erschossenen Putin-Kritikers Boris Nemzow. Giftanschläge auf Gegner des Kremls sind auch in Großbritannien verübt worden. 2006 starb Alexander Litwinenko in London am radioaktiven Stoff Polonium. 2018 überlebte der frühere russische Geheimdienstler Sergej Skripal nur knapp ein Attentat, ebenfalls mit dem Nervengift Nowitschok.his