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Die freien Träger lassen sich nicht über einen Kamm scheren

Derzeit nur in der Notbetreuung erlaubt: mehrere Kinder auf engem Raum. Foto: Carsten Riedl
Derzeit nur in der Notbetreuung erlaubt: mehrere Kinder auf engem Raum. Foto: Carsten Riedl

Die Rasselbande - dahinter verbirgt sich ein freier Träger von Kindertagesstätten in Kirchheim und Notzingen. „Wir schauen gerade, wie wir das Ganze stemmen können - und gehen in Vorkasse. Das macht uns ein bisschen Kopfzerbrechen“, redet Chefin Mathilde Maier nicht lange um den heißen Brei herum. Ein entscheidendes Wort hat dabei die Bank mitzureden. „Wie wir das managen, hängt davon ab, ob die Bank Ja oder Nein sagt, ob es einen Dispo oder einen Kredit gibt“, sagt sie. Ihre Einrichtung braucht die Unterstützung von Land und Kommune. „Wenn wir wegbrechen, ist das für alle Beteiligten nicht prickelnd“, zeigt sie die Dimensionen auf. Im Moment rechnet sie nur mit dem Geld in Höhe des kommunalen Ausgleichs. Sie hofft auf schnelle Hilfe des Landes. „Wann die erste Runde des Geldes ausgezahlt wird, kann bislang keiner sagen - aber es fehlt. Es ist gerade nicht ganz einfach für uns“, so Mathilde Maier. Trotzdem ist sie optimistisch: „Wir werden das irgendwie hinkriegen.“ Mit den Eltern ist sie in den nicht einfachen Zeiten in engem Kontakt.

Der Waldkindergarten in Kirchheim ist ein Verein. „Für den April werden wir die Gebühren nicht einziehen“, sagt der Erste Vorsitzende Fabian Slupek. Die Stadt Kirchheim hat mit dem Ältestenrat getagt und dabei entschieden, die ausgefallenen Beiträge zu übernehmen. Kompensiert wird der höhere Beitrag des privaten Waldkindergartens durch die Kurzarbeiter-Regelung. Dadurch sinken die Kosten. „Das ist ein ziemlich cooler Deal“, freut sich Fabian Slupek. So reduziert sich die finanzielle Belastung deutlich für den Verein. Die Erzieherinnen und Erzieher gehen in Kurzarbeit. „Die Stadt hat sich solidarisch und kulant gezeigt. So kommen wir einigermaßen kostenneutral aus der Situation. Wir sind ganz happy. Das hat die Stadt gut gemacht“, gibt es ein großes Lob von Fabian Slupek an die Adresse der Stadt und deren engagierte Mitarbeiterinnen. Das bedeutet das gleiche Nettogehalt für die Erzieherinnen. Für den Monat Mai ist noch keine Entscheidung gefallen. „Alle warten ab, was nach Ostern passiert. Wenn nötig, werden wir verlängern“, so Fabian Slupek. ih


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