Kirchheim

Die grimmige Kaffeetasse reißt mit

Konzert Die jungen Musiker von „Bad Coffee Records“ haben im Club Bastion für ein besonderes Spektakel gesorgt.

Kirchheim. Sie sorgen für ordentlich Eindruck - nicht nur akustisch sondern auch optisch: Schon zum zweiten Mal haben die vier Jungs von „Bad Coffee Records“ eine lange Nacht mit handgemachter elektronischer Musik im Kirchheimer Club Bastion gestaltet.

„Wir haben früher in der Linde gemeinsam Musik gemacht, und irgendwann kamen wir auf die Idee, dass die Bastion ein perfekter Platz für eine Untergrund-Party ist“, schildert Jonas alias „Dredban“. „Wir haben uns getraut, nachzufragen, und der Club hat das möglich gemacht.“ Kein Wunder: Die Bastion will verstärkt auch Nachwuchsmusikern die Möglichkeit geben, im Club aktiv zu werden. Es war ein Mammutprogramm, das die Macher von „Bad Coffee“ konzipiert haben. „Wir lieben Bass“, steht auf den Plakaten. Doch nicht nur die Bässe, nein das gesamte Tonspektrum wird von Beginn an kräftig aufgedreht. „Elektro, Drum ’n‘ Bass, Dubstep und Grime“ steht auf den Plakaten.

„Noisebreak“ alias Fabian bringt mit kantigen, rauen Tönen über massiven Beats den Club auf Betriebstemperatur. Auf der Bühne steht ein großer Tisch voller Elektronik. Fabian schraubt an verschiedenen Reglern, wippt mit, kontrolliert Sounds mit Kopfhörer. Eingespielter Gesang wird geschnitten, verfremdet, in Bruchstücken als Klang-Collage auf den Beat montiert. Zwischen langen rhythmisch harten Passagen mit 128 Schlägen pro Minute geben kurze ruhigere Teile kurze Erholungspausen.

Herkömmliche Instrumente? Fehlanzeige. „Handgemachte elektronische Musik“ ist das Motto. „Die einzelnen Stücke entstehen in aufwendiger Programmierarbeit zu Hause am Computer. Im Konzert besteht die Kunst dann darin, die einzelnen Stücke am Mischpult zusammenzubinden“, so „Dredban“. Er geht als Zweiter auf die Bühne. Seine Musik lebt von schrägen, ungewöhnlichen Grooves, von eigenwilligen Melodien, Harmonien und Klangexperimenten.

Verstärkt wird die trancehafte Musik durch eine Lichtprojektion. Es flimmern geometrische Muster in allen Farben und immer wieder das Logo der Gruppe, die grimmig dreinschauende Kaffeetasse. Weil ein Lichtkünstler zu teuer gewesen wäre, hat Fabian kurzerhand auch noch die Projektion selbst programmiert. Nach einer langen Nacht ist tags darauf Aufräumen angesagt. Abgekämpft, aber überaus zufrieden denken die Jungs bereits an die nächste Auflage der „Bad Coffee Night“. Bernhard Fischer

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