Kirchheim

Die Krebspest verbreitet sich weiter

Seuche Im Trinkbach auf Höhe Jesingen sterben erneut viele Krebse. Gefahr für andere Tiere oder Menschen besteht nicht.

Foto: privat

Kirchheim. Die Krebspest flammt wieder auf, daher sind jetzt auch die Bürger gefragt: Bereits im vergangenen Sommer wurde im Trinkbach auf Höhe Jesingen der Ausbruch der Krebspest festgestellt. Dies bedeutet, dass die heimischen Edel- und Steinkrebse befallen werden, die hierzulande einen der europaweit bedeutendsten Bestände aufweisen. Ausgehend vom Trinkbach stellt die Krebspest, bei der es sich um einen Eipilz aus Nordamerika handelt, eine Gefahr für alle Krebse im Einzugsgebiet der Lindach dar. Da die Krankheit tödlich ist, kann sie zur Ausrottung des gesamten Bestandes führen.

Um die Ausbreitungsgefahr einzudämmen, hat die Kirchheimer Stadtverwaltung in Abstimmung mit dem Regierungspräsidium Stuttgart und dem Landratsamt Esslingen vergangenen Sommer sogenannte Krebssperren im Trinkbach errichtet. Diese sollen eine weitere Verbreitung der Pilzsporen verhindern. Zunächst schien dies eine erfolgversprechende Maßnahme zu sein, nachdem keine weiteren verendeten Krebse mehr entdeckt wurden.

Bei einer Kontrolle hat sich nun jedoch herausgestellt, dass die Verbreitung der Krebspest weiter vorangeschritten ist, weshalb erneut Krebssperren im Trinkbach an der Gemarkungsgrenze zu Holzmaden errichtet wurden. Auch die Gemeinde Holzmaden beteiligt sich und baut eine Barriere im Seebach.

Hunde nicht ins Wasser lassen

Doch auch die Bevölkerung kann sich aktiv am Schutz der heimischen Krebsbestände beteiligen. Die Stadtverwaltung bittet darum, weder den Trink- und Seebach noch deren Zuflüsse zu betreten, um dadurch eine weitere Verschleppung zu verhindern. Die Pilzsporen verfangen sich auch sehr leicht im Fell von Hunden und in Gummistiefeln, weshalb sie unbemerkt in andere Gewässerabschnitte übertragen werden. So gerne viele Hunde auch ins Wasser gehen - Hundebesitzer werden um Mithilfe gebeten und sollten den Badespaß der Vierbeiner unterbinden. Eine Gefahr für den Hund oder den Menschen besteht durch den Erreger allerdings nicht.

Die Stadtverwaltung Kirchheim hat schon im vergangen Jahr Hinweisschilder zum Betretungsverbot und Verhaltensregeln aufgestellt. Die Allgemeinverfügung des Landkreises, die den Gemeingebrauch des Trinkbaches einschränkt, gilt weiterhin bis mindestens zum 30. Juni diesen Jahres und wird voraussichtlich noch verlängert. pm

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