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Die Kuh des kleinen Mannes

Laut Ulrich Jaudas herrscht beim Konsumenten oft die Meinung vor, dass weißes beziehungsweise helles Fleisch ein Qualitätsmerkmal ist. Doch das sei mitnichten so. „Vielmehr ist es ein Zeichen dafür, dass es von Tieren ohne Freilaufhaltung stammt“, sagt der Experte. „Weidetiere haben eben ein besser durchblutetes Muskelfleisch, weshalb es dunkler und aromatischer ist.“ Für Jaudas ist daher schnell erklärt, dass beispielsweise helles Hühnerfleisch ein Zeichen für sehr intensive Tierhaltung darstellt. „Denn das Fleisch freilaufender Hühner ist ebenfalls dunkler, da besser durchblutet.“ Und da müsse sich der Verbraucher bei allen Überlegungen zum Thema nachhaltige und gesunde Ernährung eben fragen, ob er ein solches Industrieprodukt einkaufen will oder ein Stück Fleisch, das aus artgerechter und ökologischer Tierhaltung stammt. Caroline Hepperle aus Kirchheim zufolge wissen viele nicht mehr, was sich in der Küche aus Ziegenfleisch alles auf den Teller zaubern lässt. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts stellte die Ziege die Kuh des kleinen Mannes dar. Doch heute haben etliche den Bezug zu diesem Tier verloren, wenn es um seinen Verzehr geht, wie Caroline Hepperle feststellt hat. „In der Direktvermarktung auf dem Hof oder dem Kirchheimer Markt geben wir unseren Kunden deshalb Rezepte an die Hand und verkaufen die Stücke küchenfertig“, berichtet Caroline Hepperle. „Die meisten sind begeistert und greifen immer wieder auf das Produkt zurück.“ Unter dem Strich findet es Caroline Hepperle schade, dass sich die Mehrheit der Konsumenten besser mit ihrem Auto auskennt, als mit dem, was sie isst.dh

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