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Die Sage vom Riesen Heim

Riesen kommen in vielen Erzählungen, Mythen, Sagen und Märchen vor: Sie sind menschenähnliche, dabei aber besonders große und mächtige Wesen. Oft nehmen sie in der Erzählung die Rolle eines Widerparts ein. So wie der Riese Heim, der gegenüber dem Reußenstein in einer Höhle lebte. Der schwäbische Dichter Wilhelm Hauff schrieb die Sage zum Reußenstein nieder, wie sie in den umliegenden Dörfern erzählt wurde. Inhalt der Sage ist, dass der Riese Heim auf Berg Heimenstein in einer Höhle lebte. Heim hatte viel Gold und er wollte sich, wie die Ritter auf der Alb, auch eine Burg bauen. Der Felsen gegenüber, der Reußenstein, schien ihm gerade recht dazu. Da er selbst ein schlechter Baumeister war, schrie er ins Tal hinab nach Handwerkern. Die Meister und Gesellen, die aus ganz Schwaben anreisten, waren flink an der Arbeit und bauten so, wie er ihnen über das Tal hinüber zuschrie. Endlich war der Bau fertig, und der Riese zog ein und schaute aus dem höchsten Fenster: Entgegen der Zusicherung, dass alles fertig sei, fehlte genau dort noch ein Nagel. Keiner war mutig genug, den Nagel einzuschlagen, denn es war zu hoch. Doch solange die Burg nicht fertig war, wollte Heim den Lohn nicht zahlen. Nun war ein flinker Schlossergeselle dabei, der die Tochter des Meisters liebte – sie durften aber nicht heiraten, weil er arm war. Er fasste sich ein Herz, nahm den Nagel und seinen Hammer, sprach ein frommes Gebet und schickte sich an, zum Fenster hinauszusteigen und den Nagel einzuschlagen. Da erhob sich ein Freudengeschrei und Heim erwachte. Er war beeindruckt von dem jungen Mann, packte ihn beim Genick und hob ihn zum Nagel empor. So wurde die Burg fertig, der Lohn wurde ausgezahlt, der Schlossergeselle bekam seine Braut und der Riese Heim erlaubte den beiden, in die Burg einzuziehen „denn sie ist dein.“jur


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