Kirchheim

Die Stadt Kirchheim sorgt sich um die Wirtschaft

Appell Oberbürgermeister Bader wendet sich mit einem offenen Brief an die Eigentümer von Gewerbeimmobilien.

Symbolbild

Kirchheim. In der Coronakrise geht es nicht nur um die Gesundheit, sondern auch um die Wirtschaft: Um die Gesundheit zu schützen und die Ansteckungsrate zu verlangsamen, sind große Teile der Wirtschaft stillgelegt - auf unbestimmte Zeit. Betroffene fragen sich deshalb nicht nur, ob sie die Pandemie gesundheitlich einigermaßen gut überstehen, sondern sorgen sich auch um ihre wirtschaftliche Lage. Für viele geht es ums finanzielle Überleben.

Die Stadt Kirchheim nimmt deswegen verstärkt die Wirtschaft in den Blick: Oberbürgermeister Pascal Bader wendet sich mit einem offenen Brief an die Vermieter von Gewerbeimmobilien und ruft zur Solidarität mit Gastronomen und Einzelhändlern auf. Der erste Schritt, der zudem die höchste Priorität hat, sei die Sicherung der Liquidität. Die Stadt selbst hat beschlossen, ihren eigenen gewerblichen Mietern und Pächtern einen Zahlungsaufschub zu gewähren, zunächst bis Ende September.

Gleiches soll für Sondernutzungsgebühren gelten, die für Außenbewirtung oder Warenständer anfallen - auch wenn es hier einen gewissen Unterschied zu Miete und Pacht gibt. Letzteres fällt an, unabhängig von der Frage, ob die Räumlichkeiten auch wirklich genutzt werden. In dem Wort „Sondernutzungsgebühren“ dagegen steht die „Nutzung“ im Mittelpunkt. Zwar sind auch diese Gebühren für Tage fällig, an denen man keinen Gebrauch davon macht. Sollte aber die komplette Saison ausfallen - oder auch nur entscheidende Teile davon -, ist es nicht mehr sinnvoll, diese Gebühren in voller Höhe zu erheben.

Um Einzelhändler und Gastronomen in größerer Anzahl entlasten zu können, appelliert Pascal Bader an alle Eigentümer, „bei den Miet- und Pachtzahlungen durch Flexibilität und ein kulantes Vorgehen einen solidarischen Beitrag zu leisten“. Konkret ist damit gemeint, die Beträge zu reduzieren oder zu stunden. Der Oberbürgermeister ist sich durchaus bewusst, dass auch Vermieter und Verpächter mit ihren Einnahmen kalkulieren. Deswegen fügt er seiner Bitte an die Eigentümer, sich kulant und flexibel zu zeigen, noch folgenden Nachsatz an: „... wo immer Ihnen dies möglich ist“.

Auch ohne Miet- oder Pachtzahlungen seien Gewerbetreibende, die jetzt schließen mussten, durch laufende Fix- und Personalkosten finanziell stark gebunden. Auch deshalb sei es wichtig, ihnen bei Mieten und Pachten möglichst weit entgegenzukommen: „Dieser Schritt kann zum Erhalt der Liquidität unserer Wirtschaft beitragen, bis die Rettungsmaßnahmen von Bund und Land greifen.“

Das breite Angebot erhalten

Das übergeordnete Ziel seines Appells nennt Pascal Bader ganz am Ende seines offenen Briefs: „Nach Überwindung der Coronakrise müssen wir unsere Kraftanstrengung darauf ausrichten, dass wir in unserer Stadt wieder das breite Angebot an Geschäften und Restaurants, Cafés und Kneipen wie bisher haben.“

Wann immer dieser Zeitpunkt der überwundenen Krise kommen mag, macht der Satz doch eines deutlich: Bis dahin wird man allenfalls die gesundheitlichen Folgen in den Griff bekommen haben. Die wirtschaftlichen Folgen werden dagegen weit länger anhalten. Das dürfte auch das Problem bei Stundungen sein: Das Verschieben der Zahlungspflicht verschafft den Betrieben nur kurzfristig mehr Liquidität. Dauerhaft steigt dadurch aber die Verschuldung.

Letzteres gilt auch für Kredite, die jetzt im Rahmen von Soforthilfeprogrammen vergeben werden sollen. Hilfreicher für die Unternehmen sind in diesem Fall Zuschüsse oder auch das Kurzarbeitergeld. Die Zahl der verschiedenen Hilfsangebote ist jedenfalls groß. Um hier den Überblick zu bewahren, hat Kirchheims Wirtschaftsförderin Saskia Klinger diverse Internetlinks und E-Mail-Adressen zusammengestellt und verschickt. Telefonisch zu erreichen ist sie unter der Nummer 0 70 21/5 02-2 75. Andreas Volz

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