Kirchheim

Die Wärme der Gesellschaft genießen

Feier In guter Tradition öffnet das Café im Eckpunkt in Kirchheim am Nachmittag des Heiligen Abends seine Türen. So schenkt es bedürftigen und einsamen Menschen Wärme zum Fest der Nächstenliebe. Von Cornelia Wahl

Zusammen ist man weniger allein - besonders gilt dies an Weihnachten.Foto: Cornelia Wahl
Zusammen ist man weniger allein - besonders gilt dies an Weihnachten.Foto: Cornelia Wahl

Die Tische sind festlich geschmückt mit roten Servietten, Erdnüssen, Walnüssen, Tannenzweigen und Mandarinen. Jeder Teller begrüßt seinen Gast mit einem großen Nikolaus aus Schokolade. Rote Kerzen sorgen mit ihrem warmen, flackernden Flammenlicht für eine heimelige Atmosphäre.

Schon lange bevor Kaffeeduft durch den Raum wabert, waren die Gäste zahlreich der Einladung des Kreisdiakonieverbandes im Landkreis Esslingen und der Diakonischen Bezirksstelle Kirchheim zum „Heiligen Nachmittag“ ins Café im Eckpunkt in der Kirchheimer Hindenburgstraße gefolgt. Viele der Anwesenden kommen aus Kirchheim und dem Umland und sind regelmäßig beim „Heiligen Nachmittag“ dabei. Sie genießen die Wärme der Gesellschaft zum Fest der Nächstenliebe und freuen sich aufs Festmahl. Die Gründe dafür, warum die Menschen sich am 24. Dezember dort einfinden, sind unterschiedlich, weiß Eberhard Haußmann, Geschäftsführer des Kreisdiakonieverbandes im Landkreis Esslingen: „Das Angebot nehmen Klienten der Beratungsstelle oder des Diakonieladens an“, sagt er und fügt hinzu: „Aber es kommen auch zunehmend Leute, die materiell nicht arm sind, aber allein.“

Herzlich und aufmerksam kümmern sich an diesem Nachmittag sieben Ehrenamtliche um die Gäste. Gemeinsam singen alle Weihnachtslieder, begleitet vom Klavier. Die Lieder dürfen sich die Anwesenden wünschen. Damit jeder mitsingen kann, werden Liederbücher ausgeteilt. Ein Besucher trägt ein eigenes Gedicht vor. Später gibt‘s die Weihnachtsgeschichte.

Dazwischen bleibt Zeit, um Kontakte zu knüpfen oder zu pflegen, Erinnerungen auszutauschen, über Alltägliches, Gott, die Gesellschaft, die Welt und Weihnachten zu philosophieren oder um sich einfach miteinander zu freuen. Währenddessen füllt sich der Raum komplett.

Zur schönen Tradition des „Heiligen Nachmittags“ am Heiligen Abend gehört auch ein reich gedeckter Tisch. Zu den warmen Getränken werden weihnachtliches Gebäck, Hefezopf oder Christstollen gereicht, gespendet von der Bäckerei Scholderbeck. Und für das Drei-Gänge-Menü ist auch in diesem Jahr die Metzgerei Hepperle der Stifter. Sie kredenzt als ersten Gang eine Grießklößchensuppe. Als Hauptspeise folgt ein Kalbsbraten mit Rotkraut, Knödeln und Salat. Und als Dessert kitzelt dreierlei Eis, rote Grütze und Pflaumenkompott den Gaumen. Am Ende der annähernd vierstündigen Zusammenkunft darf sich jeder der Besucher noch ein liebevoll verpacktes Geschenkchen zur Erinnerung aussuchen. Das nehmen sie dann mit nach Hause und legen es unter den Weihnachtsbaum.

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