Kirchheim

Die Zahl der Einbrüche bricht ein

Der Leiter des Polizeireviers beurteilt die Sicherheitslage in Kirchheim als objektiv gut

Die gute Nachricht vorweg: Kirchheim ist nach wie vor ein Ort, an dem man sich sicher fühlen kann. Die Zahl der gemeldeten Straftaten ist 2015 sogar zurückgegangen, verglichen mit dem Vorjahr: von 2 391 auf 2 360. Das geht aus dem Bericht hervor, den Polizeioberrat Thomas Pitzinger im Kirchheimer Rathaus vorgestellt hat.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Kirchheim ist 2015 zurückgegangen. Trotzdem bleiben offene Fenster eine Einladung für Einbrech
Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Kirchheim ist 2015 zurückgegangen. Trotzdem bleiben offene Fenster eine Einladung für Einbrecher.Foto: Jean-Luc Jacques

Kirchheim.Der Leiter des Kirchheimer Polizeireviers wartete im Finanz- und Verwaltungsausschuss mit einer ganzen Reihe statistischer Werte auf. Erfreulich ist demnach nicht nur der Rückgang der Straftaten, die zur Anzeige gebracht werden, sondern auch die Steigerung der Aufklärungsquote, die im vergangenen Jahr bei 57 Prozent lag. Deutlich zurückgegangen, nämlich um gut zwölf Prozent, sind die Diebstahlsdelikte, zu denen auch Einbrüche zählen: 2015 kümmerte sich die Polizei in Kirchheim um 900 Fälle von Diebstahl. 29 davon waren Wohnungseinbrüche, was gegenüber dem Vorjahr (mit 53 Fällen) einen deutlichen Rückgang darstellt. Die Einbrüche in Ladengeschäfte dagegen blieben mit 30 Fällen nahezu konstant.

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Den Rückgang bei den Wohnungseinbrüchen führt Thomas Pitzinger auf mehrere Faktoren zurück. Zum einen hätten die Täter im vergangenen Jahr den Raum Kirchheim eher gemieden. Zum anderen aber erwiesen sich die Hinweise aus der Bevölkerung als immer wertvoller: „Wir gehen bei unseren Kontrollen gezielt solchen Hinweisen nach.“ Außerdem zeige die Polizei mehr Präsenz. Das alles könnte eben dazu beigetragen haben, dass sich die Einbrecherbanden neue Operationsgebiete suchten.

Auch bei den Fahrraddiebstählen sei 2015 ein Rückgang zu verzeichnen gewesen: Erstmals seit längerer Zeit waren wieder weniger als 200 Fälle in einem Jahr gemeldet worden. Dennoch geht Thomas Pitzinger davon aus, dass die Dunkelziffer nicht unerheblich ist: „Häufig kommen Fahrraddiebstähle gar nicht zur Anzeige.“

Nun aber die weniger erfreuliche Nachricht: Die Zahl der Körperverletzungen hat zugenommen – von 205 auf 276 Fälle. Besonders an den Wochenenden – am frühen Samstag- und am frühen Sonntagmorgen jeweils zwischen 0 und 5 Uhr – komme es vermehrt zu „Aggressionsdelikten im öffentlichen Raum“. Das hänge mit einer attraktiven Kneipenszene zusammen, „die auch überregional Anziehungskräfte entwickelt“.

Einen weiteren Schwerpunkt bei Körperverletzungen verzeichnet die Polizei „im Bereich der Flüchtlingsunterkünfte“. Die Zahl der Straftaten von Asylbewerbern sei von 101 auf 234 Fälle gestiegen. Das habe vor allem mit der hohen Zuzugsrate von Flüchtlingen zu tun. Je mehr Menschen es gibt, desto mehr Straftaten werden auch begangen, ohne dass der prozentuale Anteil der Straftaten pro 100 oder 1 000 Personen deswegen ansteigen muss. An besonders auffälligen Herkunftsländern bei straffälligen Flüchtlingen nennt Thomas Pitzinger außer Georgien noch die Maghreb­staaten Tunesien und Algerien. Bei Verstößen gegen das Aufenthaltsgesetz zählten Menschen aus Syrien, dem Iran und dem Irak zu den häufigsten Tätern.

Aus Sicht der Polizei nähmen die Straftaten in den Heimen nicht zu. Auch die Beschwerden aus dem Umfeld hätten sich „nahezu gelegt“. Für wichtig hält es Thomas Pitzinger, dass die Flüchtlinge „die Werte der hiesigen Gesellschaft“ vermittelt bekommen. „Seit Köln“ sei das subjektive Sicherheitsgefühl ein Stück weit beeinträchtigt: „Bei Belästigungen wird jetzt schneller eine Anzeige gemacht.“ Die Polizei gehe diesen Fällen in jedem Fall nach. Bei zwei aktuellen Fällen an einer Kirchheimer Schule habe sich allerdings im Nachhinein kein Tatverdächtiger mehr feststellen lassen.

Grundsätzlich befürwortet Thomas Pitzinger ein möglichst schnelles Eingreifen der Polizei, auch bei Vorfällen in Asylbewerberheimen, zu denen sie vom dortigen Sicherheitspersonal gerufen werden. Dabei gehe es darum, größere Eskalationsstufen durch frühzeitiges Durchgreifen zu verhindern. Ein Problem allerdings kann auch der Revierleiter nicht selbst lösen: „Die schnelle Intervention bindet Personal, und Personal ist knapp bei der Polizei.“