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„Dream big“ – auf der Suche nach Lebenszielen

Beratung Erfolg im Beruf fühlt sich im Einklang mit der eigenen Persönlichkeit gut an.

Die Kirchheimerin Hannah Schmid ist 25 Jahre alt und hat jetzt ein Start up gegründet für Berufsanfäng
Auf der Suche nach Stärken und Zielen: Hannah Schmid mit Leo beim Coaching-Gespräch. Foto: Jean-Luc Jacques
Kirchheim. Leo sitzt am Tisch und überlegt. Der 19-Jährige muss die Frage beantworten, was ihm bisher im Leben gut gelungen ist. „Also in der Schule habe ich meine Note immer mit der mündlichen Leistung hochgezogen“, erinnert er sich. „Ganz klar, du bist stark in Kommunikation“, hakt Hannah Schmid ein. Sie führt mit ihm ein Coaching-Gespräch, und das beginnt eigentlich immer mit der Suche nach persönlichen Stärken.

Zunächst muss sie herausfinden, wo die Probleme ihres Gegenübers liegen, wo er gerade steht, wo sie ihn „abholen“ kann, wie man dazu heute sagt. Der Jura-Student berichtet, dass er eigentlich klarkommt im Studium. Aber: Was ihm fehlt, ist der letzte Kick, die Motivation, sich richtig reinzuhängen. Das führt zu Zweifeln an der Studienwahl. Lohnt es sich, das Studium fortzusetzen in der Hoffnung, sich später damit einer seiner Leidenschaften widmen zu können? Oder ist es vielleicht gar nicht das Richtige? Auf diese Fragen erhofft sich Leo eine Antwort – eine Antwort, die wegweisend sein könnte für sein ganzes Leben.

„Welche Tätigkeit soll dein Berufsleben umfassen?“ lautet eine der Fragen, die genauso gut bei der Berufsberatung des Arbeitsamtes gestellt werden könnte. Argumentieren, kommunizieren, präsentieren wird da genannt. Und: „Tägliche Routine wäre der Horror.“ Handwerkliche Tätigkeiten können nach diesem Schritt auch schon mal ausgeschlossen werden, dieser Kunde ist ein Kopf-Mensch. Ganz wichtig ist der Coachin bei der Suche nach persönlichen Vorlieben die „intrinsische Motivation“, also die Motivation, die aus einem selbst kommt, weil man etwas machen darf, was einem Spaß macht. Nur wer auf diese Weise motiviert ist, schafft es beispielsweise im Sport, sich unter Entbehrungen zu Höchstleistungen anzutreiben.

Auch der Blick in die ferne Zukunft gehört dazu, egal, wie jung der Klient ist. So muss sich der 19-Jährige selbst als Opa sehen, der vor seinen Enkeln eine Art Lebensbilanz zieht. Wie soll der Rückblick aussehen? – Eine Frage, deren Diskussion sich durchaus auch am heimischen Esstisch lohnt.

Schließlich geht es in dieser Stunde auch noch um Lebensmotive, die anhand von Farben als mehr oder weniger wichtig eingegrenzt werden. Danach kann die Psychologin schon ein ganz gutes Persönlichkeitsurteil abgeben. Neugier und Idealismus, aber auch der Wunsch nach Einfluss und auf der anderen Seite nach Beziehungen zu anderen Menschen filtert sie als wichtige Themen heraus. Eine gewisse Leistungsbereitschaft, die auch Auswendiglernen einschließt, erkennt sie ebenfalls. – Alles Dinge, die für ein generalistisches Studium, also beispielsweise Jura, keine schlechten Voraussetzungen sind und einem zumindest nichts verbauen.

Das hat Leo schon zuvor so überlegt und irgendwie gehofft. Sich bestätigt zu sehen, ist dennoch ein gutes Gefühl für den Studenten. Was ihm besonders gefällt ist die Tatsache, dass Hannah

Schmid sich glaubhaft gut in seine Situation versetzen kann, nicht zuletzt deshalb, weil sie noch nahe am Studentenleben dran ist und auch lange eine war, die den richtigen Weg für sich gesucht hat. Sie hat ihn jetzt gefunden. Leo ist ihm zumindest auch ein gutes Stück näher gekommen.   Irene Strifler

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