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Drei Fragen an den Neurologen Dr. Walter Parth

1. Was steckt hinter den Hamsterkäufen. Ist es Panik?

Panik nicht, es ist wohl die Befürchtung, vom Coronavirus betroffen zu werden, in Quarantäne zu müssen oder die Sorge, irgendwann keine Lebensmittel mehr zu bekommen. Auch andere Ärzte bestätigen, dass die Leute sich derzeit nicht vor einer Katastrophe fürchten. Viele, auch ältere Männer mit Vorerkrankungen, seien sogar eher unvorsichtig, wenn sie beispielsweise die in Praxen aufgestellten Spender mit Desinfektionsmitteln ignorieren.

2. Warum gibt es dieses Hamstern nicht jedes Jahr, wenn die Grippewelle rollt? Vor zwei Jahren starben daran allein in Deutschland 25 000 Menschen.

Im Gegensatz zur Influenza ist das Coronavirus die große Unbekannte. Und da wappnen sich viele durch das Anlegen von Vorräten. So hart es klingt: Auch in Kriegszeiten ist es so, dass anfangs die Furcht der Bevölkerung am größten ist und sie dann abflacht. Auch bei Katastrophen tritt mit der Zeit eine gewisse Gewöhnung ein.

3. Stecken sich die Leute mit ihrem Kaufverhalten vielleicht sogar gegenseitig an?

Das ist bestimmt so. Wenn ich sehe, das Regal ist leer, denke ich: ich muss mich eindecken, weil es die anderen ja auch machen. Bei diesem Phänomen kann man schon davon sprechen, dass einer den anderen sozusagen infiziert.ank

Zur Person: Dr. Walter Parth ist Facharzt für Neurologie und wohnt in Kirchheim. Er hatte bis vor wenigen Jahren eine Praxis in Plochingen.

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