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Drei Fragen an Sonja Schmelzer

1. Kindergruppen in der Feuerwehr sind in aller Munde. Trotzdem ist ihre Zahl im Landkreis Esslingen überschaubar. Sind die Hürden zu hoch?

Die Hürden sind nicht zu hoch, aber Kindergruppen müssen betreut werden, und dazu braucht es Personal. Bei der Freiwilligen Feuerwehr Kirchheim gibt es zwei Kindergruppen mit aktuell 38 Mitgliedern, die zwischen sechs und zehn Jahre alt sind. Betreut werden sie von einem fünfköpfigen Team. So viel Personal zu haben, das obendrein noch bereit ist, eine Fortbildung zum Jugendleiter zu machen, ist nicht selbstverständlich. Man muss weder Erzieher, noch Pädagoge sein, aber als Betreuer sollte man wissen, wie sich Lerninhalte spielerisch vermitteln und Konflikte altersgerecht lösen lassen. Auch in punkto Kindeswohl, Aufsichtspflicht oder Unfallverhütung sollte man firm sein.

2. Sie wollen Kinder bis zum Wechsel in die Einsatzabteilung bei der Stange halten. Was bedeutet das für das Ausbildungskonzept?

Mit Kindern unter zehn Jahren ist es nicht zwingend notwendig, mit feuerwehrtechnischen Inhalten zu arbeiten. Es geht darum, ein kindgerechtes Angebot zu schaffen, das sich an der Brandschutzerziehung und einem spielerischen Zugang zur Feuerwehr orientiert. Denn aufgrund ihrer Lernentwicklung unterscheiden sich Kinder grundsätzlich von Jugendlichen. Bei beiden stehen deshalb ganz andere Themen im Mittelpunkt. Wer als Kind einsteigt, muss also nicht fürchten, dass sich in der Jugendfeuerwehr alles wiederholt.

3. Lohnt sich der Aufwand?

Kindergruppen sind eine wichtige Initiative zur Zukunftssicherung. Je früher der Nachwuchs erreicht wird, umso höher ist die Bindung. Das sind keine leeren Worte, sondern das, was wir bei der Kirchheimer Feuerwehr beobachten. Die Absprungraten beim Wechseln in die Jugendfeuerwehr tendieren bei uns gegen null. Wir sind also sehr optimistisch, dass sich dieser Trend beim Übergang von der Jugendgruppe in die Einsatzabteilung fortsetzen wird.dh

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