Kirchheim

Ein Kommen und Gehen im Ratsrund

Abschied Fast ein Drittel der bisherigen Mitglieder hat den Kirchheimer Gemeinderat verlassen. Alle zehn scheidenden Räte hat die Oberbürgermeisterin persönlich gewürdigt. Von Andreas Volz

Walter Aeugle, Eva Frohnmeyer-Carey, Klaus Buck, Gerd Mogler, Silvia Oberhauser, Stefan Gölz, Anja Hezinger und Renate Hirsch (v
Walter Aeugle, Eva Frohnmeyer-Carey, Klaus Buck, Gerd Mogler, Silvia Oberhauser, Stefan Gölz, Anja Hezinger und Renate Hirsch (von links) präsentieren sich mit Oberbürgermeisterin Matt-Heidecker vor dem Rathaus. Es fehlen die scheidenden Ratsmitglieder Arne Knoblauch und Thomas Auerbach.Foto: Jean-Luc Jacques

Was für ein Wechsel: Zehn Mitglieder haben den Kirchheimer Gemeinderat verlassen, 13 neue haben dafür die Verpflichtungsformel gesprochen. Aus 34 Stadträten sind 37 geworden. Nahezu ein Drittel des Gremiums ist also „rundumerneuert“. Auf die scheidenden Stadträte ging Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker bei der Verabschiedung jeweils einzeln ein.

Arne Knoblauch (SPD) saß als Nachrücker nur ein Jahr und vier Monate im Ratsrund. Obwohl ihm die Rathauschefin bescheinigte, dass er weder Berührungsängste hatte noch eine Einarbeitungszeit brauchte, stellte sie fest: „Die Zeit war wohl nicht ausreichend, um ihm einen entsprechenden Bekanntheitsgrad für die mögliche Wiederwahl zu verschaffen.“

Renate Hirsch (Grüne) war ebenfalls als Nachrückerin ins Gremium gekommen. Von ihrem persönlichen Netzwerk habe der Gemeinderat sehr profitiert, sagte Angelika Matt-Heidecker. Andererseits seien die vielen verschiedenen Tätigkeiten, mit denen sie sich in die Stadtgesellschaft einbringt, auch der Grund dafür, dass sie bei der Kommunalwahl nicht mehr angetreten war.

Anja Hezinger (ebenfalls Grüne und ebenfalls Nachrückerin) habe sich tatkräftig für die neue Städtepartnerschaft mit dem serbischen Bački Petrovac eingesetzt. Nun sei sie allerdings „ein Opfer der unechten Teilortswahl“ geworden: Weil die Grünen gleich zwei Sitze in den Teilorten gewinnen konnten, seien auf ihrer Liste entsprechend weniger Kandidaten aus der Kernstadt zum Zuge gekommen.

Gerd Mogler (CIK) war ein weiterer Nachrücker, dem nun die Wiederwahl nicht geglückt ist. „Ausgleichend, aber dennoch beharrlich in der Sache“, sei er ein Stadtrat „mit Haut und Haar“ gewesen und werde deswegen sicher auch bei künftigen Sitzungen als Zuhörer im Rathaus anzutreffen sein.

Stefan Gölz (CDU) hat dem Gemeinderat genau eine Wahlperiode angehört, sich dann aber nicht zur erneuten Kandidatur entschlossen. In die Arbeit des Gremiums habe er regelmäßig seine wichtigen praktischen Erfahrungen als Landwirt und als Marktbeschicker eingebracht.

Thomas Auerbach (CDU) „hat sich wohl mehr als nur eine Periode im Gremium erhofft“. Nun müsse er sich aber der Entscheidung des Souveräns - also der Wählerschaft - fügen und aus dem Ratsrund ausscheiden. Dass er bei seinem Abschied nicht persönlich anwesend sein konnte, war aber einer Krankheit geschuldet.

Der dritte, der sich nun aus der CDU-Fraktion des Kirchheimer Gemeinderats verabschieden musste, war Klaus Buck - nach immerhin zehn Jahren. „Wir verlieren mit ihm nicht nur einen Treiber beim Breitbandausbau.“ Seine Wortbeiträge seien stets geprägt gewesen von einem genauen Abwägungsprozess, „an dem er uns auch teilhaben ließ“.

Mehr als ein Monat Sitzungsdauer

Alle Mitglieder des Ratsgremiums hätten in den vergangenen fünf Jahren äußerst konstruktiv zusammengearbeitet, betonte Angelika Matt-Heidecker ausdrücklich. In der Sitzungsperiode von 2014 bis 2019 habe es insgesamt zehn vorzeitige Wechsel gegeben. Die Gründe dafür waren sicher vielfältig. Teilweise sind sie wohl auch in den weiteren Zahlen zu finden, die die Oberbürgermeisterin anführte: Die Sitzungen des Gemeinderats und der Ausschüsse haben 773 Stunden und 47 Minuten in Anspruch genommen - und beschäftigt waren die Ratsmitglieder in dieser Zeit mit 1 443 Tagesordnungspunkten.

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