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Eine Vorlesung läuft durch den Zeitversatz jetzt nachts von 1 bis 4 Uhr

Florian Goedeckemeyer studiert seit 2017 internationales Wirtschaftsingenieurwesen an der FH in Pforz heim. Das fünfte und sechste Semester absolviert er am Instituto Tecnológico in Monterrey. Ziel ist ein doppelter Studienabschluss.

Zwei Wochen hatte er sich nach seiner Rückkehr in Lenningen Quarantäne auferlegt. Mittlerweile ist klar, die Uni in Monterrey bleibt in diesem Semester geschlossen, die Vorlesungen werden ausschließlich online abgehalten.

Die Zeitverschiebung bringt es mit sich, dass der Student jetzt dreimal pro Woche nachts von 1 bis 4 Uhr Vorlesungen hat. „Die sind interaktiv. Wer die Kamera ausschaltet, bekommt vom Prof sofort eine Frage gestellt“, so Florian Goedeckemeyer. Eine Vorlesung beginnt um 14, eine um 17 Uhr. Die Projekt­arbeit mit überwiegend in Mexiko lebenden Kommilitonen findet am frühen Abend statt. Er schläft derzeit von 4 bis 11 Uhr. „Das ist anstrengend, aber anders geht es nicht“, sagt er. Angenehmer Nebeneffekt des siebenstündigen Zeitversatzes ist die verschobene Deadline für die Hausaufgaben. Während die Kommilitonen in Mexiko sie bereits am Freitagabend um 18 Uhr abgeben müssen, hat er bis Samstag früh um 1 Uhr Zeit.

Die Prüfungen finden in den ersten beiden Wochen im Juni ebenfalls online statt. „Wie, weiß ich nicht“, sagt Florian Goedeckemeyer. „So etwas läuft in Mexiko spontan ab.“

Am meisten vermisst er das samstägliche Tennisspielen mit einem Freund. „Danach haben wir zum Frühstück immer Tacos gegessen“, erzählt der Lenninger. „Ich habe aber vor, sie selbst zu machen.“ ank

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