Kirchheim

Eltern bekommen Anteil an Schülertickets erstattet

Nahverkehr Der Landkreis ruft Familien auf, das Abo für April nicht zu kündigen, um Busunternehmen zu entlasten.

Schülertransport ist ein wichtiges Standbein für Busunternehmen.
Schülertransport ist ein wichtiges Standbein für Busunternehmen.

Esslingen. Aus Sorge um die Zukunft kleinerer Verkehrsbetriebe im ländlichen Raum ruft der Landkreis Familien mit schulpflichtigen Kindern dazu auf, das Schüler-Abo trotz geschlossener Schulen im April nicht zu kündigen. In einer Eilentscheidung hat Landrat Heinz Eininger gestern angekündigt, der Kreis werde den Eigenanteil der Eltern an den Monatskarten übernehmen. Als Ausgleich werde auf eine Abbuchung im Mai verzichtet. Darauf haben sich Landkreis und Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) geeinigt. „Wir wollen vermeiden, dass die Coronakrise zu einer Krise im Schülerverkehr wird“, sagt Eininger. Die Einnahmen aus dem Schülertransport sind für viele, vor allem kleinere Busunternehmen die wichtigste wirtschaftliche Säule.

Unterstützt werden sollen auch Transportbetriebe, die den Schülerverkehr zu den Sonder- und Förderschulen organisieren. Hier übernimmt der Kreis die Fixkosten, was etwa 75 Prozent der Gesamtkosten entspricht. Finanziert werden soll der Kostenausgleich aus dem 100-Millionen-Sofortpaket, das das Land den Städten, Gemeinden und Landkreisen zur Verfügung stellt. Davon werden unter anderem auch die Übernahme von Kita-Gebühren oder Beiträge für Volkshochschulen oder Musikschulen in den Kommunen bestritten. Der Anteil, den der Landkreis für seine eigenen Aufgaben erhält, beläuft sich auf 1,18 Millionen Euro. Eininger macht deutlich, dass die Übernahme der ÖPNV-Kosten diesen Anteil bereits übersteigt. „Wir erwarten deshalb einen vollständigen Kostenersatz durch das Land.“

Dass es mit einer einmaligen Hilfsaktion im April womöglich nicht getan ist, zeichnet sich jetzt schon ab. Auch außerhalb des Schülerverkehrs hält die Angst vor einer Ansteckung viele Kunden von Fahrten mit Bus oder Bahn ab. Um die Betriebe vor Zahlungsschwierigkeiten zu bewahren, hat der Kreis inzwischen Abschlagszahlungen an die Verkehrsunternehmen vorgezogen, die eigentlich erst im Mai und Juni hätten bezahlt werden müssen. „Wir überlegen, wie wir das in den nächsten Monaten fortsetzen können“, sagt Eininger. Dass sich die finanziellen Anstrengungen lohnen, steht für den Landrat außer Frage: „Wenn wir durch Insolvenzen zu Notvergaben gezwungen sind, wird es sehr viel teurer.“ Bernd Köble

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