Infoartikel

Engagement lohnt sich

Wer hätte das geahnt! Notzinger und Wellinger Bürger, die vor ein paar Wochen von der Diskussion über die Zukunft der Notzinger Nahversorgung völlig ausgeschlossen waren, haben ihr Dorf gehörig auf den Kopf gestellt. Was anfangs „nur“ Dorfgespräch war, entwickelte sich rasend schnell zu einer Bewegung, der sich die Gemeinderäte nicht entziehen konnten – und wohl auch nicht entziehen wollten. Mit ihrem Einsatz haben die Mitglieder der „Initiative Notzinger Lädle“ und die vielen Spender den Räten gezeigt, dass sie einen Laden in der Ortsmitte wollen. Und dass sie bereit sind, für ihn zu kämpfen und Verantwortung zu übernehmen. Das einstimmige „Ja“ der Gemeinderäte war der Lohn dafür. Und ein Signal, dass das Ratsrund den Bürgerwillen ernst nimmt.

Dass der Gemeinderat mit großer Mehrheit für den Zuschuss votieren würde, wagten viele Zuschauer nicht zu hoffen. Das war in der Bürgerfragestunde zu spüren, die traditionell zu Beginn der Sitzung stattfindet und die erneut von vielen Menschen genutzt wurde, um ihre Meinung zum Thema CAP-Markt zu sagen. Obwohl die Bürgerfragestunde rein formell nicht als Plattform für Co-Referate gedacht ist, war das Anliegen der Bürger, den Gemeinderäten noch ein paar sachliche Argumente mit auf den Weg zu geben, berechtigt. Die Aggression, mit der vereinzelte Statements vorgetragen wurden, war allerdings völlig fehl am Platz. Die Gegenfrage des Bürgermeisters, ob er sich in einem Verhör befinde, war somit gut verständlich.

Sven Haumacher hat sich als sportlicher Verlierer präsentiert und den Bürgern für ihr Engagement Respekt gezollt. Ein wenig Verbitterung war allerdings herauszuhören, als er die Bürger informierte, Notzingen sei seit gestern schuldenfrei, was aber offenbar im Gegensatz zum Lädle niemanden interessiere. Bei einem Laden dagegen könne jeder mitschwätzen. Dass der Bürgermeister gegen einen Zuschuss stimmen würde, war keine Überraschung. Fehlende Konsequenz kann man ihm nicht vorwerfen.ANTJE DÖRR

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