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„Es gibt bundesweit zu viele Krankenhausstandorte“

Die Verantwortlichen der Kreiskliniken fühlen sich durch die Mittelkürzungen, die das Krankenhausstrukturgesetz vorsieht, in die Ecke gedrängt. „Die Anzahl defizitärer Kliniken wird stark ansteigen“, glauben sie. Auch der Konsolidierungskurs der Kreiskliniken, die erst seit Kurzem schwarze Zahlen schreiben, werde gefährdet. Laut Michael Hennrich ist das Drehen an der Kostenschraube die einzige Möglichkeit für den Bund, „einen gewissen Druck reinzubringen“. Die Krankenhäuser seien ein enormer Kostenfaktor. Die Krankenhausplanung liege leider nicht beim Bund, sondern bei den Ländern und Landkreisen. „Die Länder werden ihrer Investitionsverantwortung nicht gerecht“, sagt Hennrich. Hennrichs Meinung nach gibt es nach wie vor zu viele Krankenhausstandorte. Der Gesundheitsexperte vergleicht Holland und Nordrhein-Westfalen (NRW). Bei gleicher Einwohnerzahl existierten in Holland 100 und in NRW 370 Krankenhäuser, ohne dass die Versorgung in Holland schlechter sei. Der Landkreis Esslingen hat seine Krankenhausstandorte bereits reduziert. Der Standort Plochingen wurde aufgegeben. Die Psychiatrie am Standort Nürtingen zieht demnächst nach Kirchheim um. adö


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