Kirchheim

Es gibt einen Weg aus der Lebenskrise

Hilfsangebote Der Arbeitskreis Leben Kirchheim-Nürtingen unterstützt Menschen in schweren Krisen.

Kirchheim. Anlässlich des Welttags der Suizidprävention der WHO am 10. September macht der Arbeitskreis Leben (AKL) auf seine Hilfsangebote und seine Arbeit für Menschen in schweren Krisen aufmerksam.

Jedes Jahr nehmen sich in Deutschland etwa 10 000 Menschen das Leben. Damit sterben jährlich mehr Menschen durch Suizid als durch Verkehrsunfälle, Gewaltverbrechen und illegale Drogen zusammen. In Baden-Württemberg lag die Zahl der Selbsttötungen im vergangenen Jahr bei 1 288, im Landkreis Esslingen bei 44. Die Zahl derer, die einen Suizidversuch unternehmen oder sich mit dem Gedanken tragen, sich zu töten, ist um ein Vielfaches höher.

Suizid bleibt ein Tabuthema

Trotz dieser Zahlen ist Suizidalität eine in der Gesellschaft weitgehend verdrängte Problematik. Um das Thema stärker in die öffentliche Diskussion zu bringen und um auf mögliche Hilfsangebote und Präventionsmaßnahmen aufmerksam zu machen, findet jährlich der Welttag der Suizidprävention statt. Das diesjährige Motto des Welttages „Hand in Hand für Suizidprävention“ soll Menschen für Betroffene in ihrem Umfeld sensibilisieren und sie ermutigen, keine Scheu vor einem konkreten Gespräch zu haben. In acht von zehn Fällen werden Suizidabsichten im Vorfeld angekündigt. Verwandte, Freunde, Nachbarschaft, Schule, Betrieb, medizinische und soziale Organisationen sind aufgefordert, diese Menschen auf ihre Probleme anzusprechen und im Bedarfsfall auf Hilfemöglichkeiten aufmerksam zu machen. Eine solche Hilfemöglichkeit ist in Kirchheim der Arbeitskreis Leben (AKL). Die AKL-Krisenberatungsstelle in der Alleenstraße leistet für Betroffene schnelle und unbürokratische Hilfe und ist auch Ansprechpartner für Menschen in Sorge um einen anderen.

Einen wertvollen Beitrag zur Suizidprävention leistet der AKL mit seinem Jugendprojekt „Verrückt? Na und! Seelisch fit in Schule und Ausbildung“. Diplom-Pädagogin Gabriele Alberth vom AKL ist die Arbeit mit jungen Menschen besonders wichtig: „Suizide kommen in allen Altersgruppen und Bevölkerungsschichten vor. Aber es ist bekannt, dass Jugendliche einem besonders hohen Risiko für einen Suizid ausgesetzt sind. Bei jungen Männern bis zu 20 Jahren ist der Suizid sogar die zweithäufigste Todesursache nach dem Unfalltod.“ Mit seinem Projekt will der AKL deshalb gerade diese besonders gefährdete Zielgruppe erreichen.pm

5 Der Arbeitskreis Leben ist im Internet unter www.ak-leben.de zu finden. Das Krisentelefon des AKL ist zu erreichen unter der Nummer 0 70 21/7 50 02

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