Kirchheim

„Es ist Zeit für mehr Gerechtigkeit“

Politik Eine Umfrage der IG Metall zeigt, dass viele Arbeitnehmer mit ihren Sorgen oft alleine da stehen.

IG Metall
Foto: Schaeffler-Nachrichten der IG Metall

Region. Beschäftigte wünschen sich mehr Sicherheit in der Arbeitswelt, eine neue Arbeitsmarktpolitik, bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben und sichere Renten. Zu diesem Ergebnis kommt die bislang größte Beschäftigtenbefragung Deutschlands. Mehr als 680 000 Angestellte aus rund 7 000 Betrieben haben sich bundesweit an der Befragung der IG Metall beteiligt.

In der IG-Metall-Geschäftsstelle in Esslingen haben 6 977 Beschäftigte aus 61 Betrieben ihr Votum abgegeben. „Diese hohe Beteiligung zeigt: Sie wollen mit ihren Wünschen, Sorgen und Forderungen gehört werden“, sagte Gerhard Wick, Geschäftsführer der IG Metall Esslingen.

Je schwächer die Position der Beschäftigten auf dem Arbeitsmarkt ist, umso größer sind die Sorgen um den Arbeitsplatz. Daher fordern bundesweit rund 89 Prozent und 86 Prozent der Befragten in der Geschäftsstelle Esslingen die Abschaffung grundloser Befristung, von Minijobs und prekärer Soloselbstständigkeit. „Sichere Jobs und Bildung sind die Schlüssel zu guter Arbeit. Denn nur wer keine Angst um die Zukunft haben muss, kann gut und kreativ arbeiten“, sagte Gerhard Wick.

Keine Chance auf Fortbildung

Mit einer großen Mehrheit von 93 Prozent bundesweit und 92 Prozent in Esslingen fordern die Befragten zudem eine Bildungspolitik, die Bildungschancen unabhängig von der sozialen Herkunft eröffnet und ein verbrieftes Recht auf betriebliche Weiterbildung garantiert. „Viele sind heute von einer fairen Chance auf Fortbildung im Berufsleben ausgeschlossen. Ein Initiativrecht für Betriebsräte zur Durchführung von Qualifizierungsmaßnahmen ist überfällig. Die nächste Bundesregierung muss hier endlich handeln“, forderte Wick.

Außerdem erwarten die Befragten von der Politik mehr Schutz von Tarifverträgen. „Denn sie garantieren eine faire und verlässliche Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen. Fehlt Tarifbindung, droht Lohndumping. Die Politik muss dafür sorgen, dass für möglichst viele Beschäftigte ein Tarifvertrag gilt“, forderte der Geschäftsführer der IG Metall Esslingen.

Rente muss gesichert sein

Rund 95 Prozent fordern, es müsse Schluss sein damit, dass die Arbeitnehmer höhere Beiträge zur Krankenversicherung zahlen als die Arbeitgeber. Weiter fordern circa 85 Prozent der Befragten ein höheres Rentenniveau und eine Verpflichtung der Arbeitgeber zur betrieblichen Altersvorsorge.

„Das Votum ist eindeutig: Es ist Zeit für Gerechtigkeit“, betonte Gerhard Wick. pm