Coronavirus

Firmen wissen sich in Zeiten des Coronavirus zu helfen

Wirtschaft Für Festo, Eberspächer, Pilz und Balluf ist der Schaden noch überschaubar.

Die Lagerhallen sind noch gut gefüllt - trotz der Corona-Epidemie. Foto: Ralf Just
Die Lagerhallen sind noch gut gefüllt - trotz der Corona-Epidemie. Foto: Ralf Just

Region. Die großen Unternehmen in der Region verfolgen die weltweite Ausbreitung des Coronavirus mit Sorge, fühlen sich aber darauf gut vorbereitet. Die „Global Player“ wie Festo, Eberspächer, Pilz und Balluf beobachten mit eigens eingerichteten Task-Force-Gruppen und Lagezentren die aktuellen Entwicklungen aufmerksam.

Seit circa vier Wochen steuert etwa beim Esslinger Maschinenhersteller Festo die interne Sicherheitsabteilung weltweit das Vorgehen in Sachen Corona-Epidemie. „In China wurde eine eigene Notfallorganisation eingerichtet, mit der die Zentrale in Esslingen täglich im Austausch ist“, äußert sich eine Sprecherin der Firma. Festo unterhält in der Provinz Shandong eine Fabrik. Dort ist die Produktion nach den Ferien zum chinesischen Jahresbeginn planmäßig angelaufen. Man sehe derzeit keine Auswirkungen auf die Lieferkapazitäten außerhalb Chinas, heißt es seitens des Unternehmens.

Permanenter Kontakt mit China

Allerdings untersagt Festo aktuell Dienstreisen nach China, Südkorea und Italien. Auch bei Eberspächer, Pilz und Balluf sind Geschäftsreisen in die Risikogebiete, speziell nach China, stark eingeschränkt. Bei Eberspächer, einem der weltweit führenden Hersteller von Fahrzeugheizungen und Abgassystemen, unterhält man keine Reisetätigkeiten von und nach China. Das Unternehmen hat etwa 1000 Mitarbeiter in China. „Wir stehen in permanentem Kontakt mit den Kollegen vor Ort“, sagt Heinrich Baumann, einer der geschäftsführenden Gesellschafter. Aufgrund der behördlichen Vorgaben sind Reisen innerhalb von China streng limitiert.

Beim Neuhausener Unternehmen Balluf, als Spezialist für Automatisierungstechnik in derselben Branche tätig wie Festo und Pilz, sind die Mitarbeiter angehalten, zur internen Abstimmung „auf Telefon, Skype oder Videokonferenzsystem“ zurückzugreifen. Im Falle von „zwingend erforderlichen Geschäftsreisen“ in Risikogebiete sollen die Mitarbeiter nach ihrer Rückkehr 14 Tage lang von zu Hause aus arbeiten, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Auch zu Hygiene und den Umgang mit Warensendungen aus China informiert die Führung von Balluf die Belegschaft intensiv. Für das Krisenmanagement hat Balluf zwei Task-Force-Gruppen gebildet, eine für die Produktion, die andere für Arbeitssicherheit.

Produktion verlagert

Auch das Ostfilderner Unternehmen Pilz sieht sich „gut gerüstet“ gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Man habe sich schon früh Gedanken über Gegenmaßnahmen gemacht, sagt die geschäftsführende Gesellschafterin Susanne Kunschert. Pilz hat Teile der Produktion in der chinesischen Stadt Jintan in die Werke Ostfildern und Betschdorf im Elsaß verlagert. „Wir fertigen weltweit nach denselben Prozessen und mit den gleichen Maschinen, daher konnten wir die Produktionsausfälle in China in kurzer Zeit kompensieren“, stellt die Geschäftsführerin dar. Zudem hat das Unternehmen 2000 Schutzmasken an die Mitarbeiter und deren Familien in China geschickt. Für den Aufenthalt in den Firmengebäuden gibt es einen „Gesundheitsfürsorgeplan“.

Dass die Corona-Krise Spuren in den Bilanzen hinterlassen wird, ist gewiss. Alle Unternehmen, die mit China in Geschäftsbeziehungen stehen, seien mit „deutlichen Beeinträchtigungen“ konfrontiert, heißt es bei Pilz. „In Zahlen lässt sich das noch nicht beziffern.“Gerd Schneider

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