Infoartikel

Für Menschen, die ein wenig Hilfe brauchen

34 Menschen mit Behinderung leben im „Ambulant Unterstützten Wohnen“ der Lebenshilfe Kirchheim. Entweder allein oder in einer WG, in der eigenen Wohnung oder einer Wohnung der Lebenshilfe. Unterstützung gibt es ein- bis dreimal die Woche für einige Stunden.

Der eine braucht Hilfe beim Umgang mit Geld, die andere beim Putzen und Aufräumen, der Dritte möchte gern zum Arzt begleitet werden. „Und manche unserer Kunden möchten einfach nur reden und da ist die Beziehungspflege das Wichtigste“, erzählt Anne Link, Teamleiterin im „Ambulant Unterstützten Wohnen“ (AUW) der Lebenshilfe Kirchheim.

So unterschiedlich die Menschen sind, sind auch deren Bedürfnisse. Und die stehen im AUW immer im Mittelpunkt. Voraussetzung für diese Wohnform ist Selbstständigkeit. „Die Leute schmeißen ihren Haushalt allein, treffen alle Entscheidungen selbst, gehen zur Arbeit, pflegen ihre Freundschaften“, sagt Anne Link. Ein- bis dreimal pro Woche besuchen die Heilerziehungspflegerin und ihre vier Kollegen die Menschen zu Hause, immer auf Wunsch der Bewohner. „Wir sehen, wo es hapert und fragen nach, ob unser Kunde Unterstützung braucht“, erzählt die Teamleiterin. Aber manchmal sei das nicht so einfach - zum Beispiel beim Thema Aufräumen: Auch die Zimmer ihrer Kinder seien schließlich oft chaotisch, aber wenn sie sich selbst drin wohlfühlen, könne das ja auch komplett in Ordnung sein.

Im Moment einschneidend ist die Tatsache, dass die Freizeitangebote und Gruppentreffs des AUW nicht stattfinden dürfen. „Die Kontakte und die Freundschaften fehlen unseren Bewohnern ganz arg“, sagt Anne Link.

Bewerben um einen Platz im AUW kann man sich immer. Nur müssten die Menschen im Moment eine eigene Wohnung mitbringen. Doch im nächsten Jahr gibt es neuen Wohnraum bei der Lebenshilfe: Im Steingau-Quartier wird es mehrere WGs geben für Menschen mit Behinderung, die unterstützt selbstständig wohnen möchten. Im Sommer 2021 sollen sie bezugsfertig sein.jnr

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