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Lokale Wirtschaft

Ganz schön clever: der BDS-Wirtschaftspreis

Zum fünften Mal konnte der Wirtschaftspreis an engagierte Kirchheimer Schüler verliehen werden

„Die Erwachsenen wollen etwas von den Jugendlichen lernen.“ – Wenn eine Rektorin so einen Satz sagt, dann kann es nicht um den ganz gewöhnlichen Schulalltag gehen. Nein, Lucia Heffner vom Kirchheimer Schlossgymnasium hieß mit diesen Worten in ihrem Hause die Gäste zur Preisverleihung des „Preises der Wirtschaft“ willkommen. Schüler aller Schularten haben sich intensiv mit hiesigen Unternehmen auseinandergesetzt.

Ein zeitgemäßes Bild der Vielfalt zeichnen die Preisträger des BDS-Wirtschaftspreises gemeinsam mit der Jury und Schirmherrin An
Ein zeitgemäßes Bild der Vielfalt zeichnen die Preisträger des BDS-Wirtschaftspreises gemeinsam mit der Jury und Schirmherrin Angelika Matt-Heidecker.Foto: Jean-Luc Jacques

Kirchheim. „Unternehmen im Fokus junger Menschen“ lautete der Titel für den Preis, der heuer zum fünften Mal vom Bund der Selbständigen (BDS) Kirchheim ausgeschrieben wurde. Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker als Schirmherrin bezeichnete die Grundidee des Preises als „ausgesprochen clever“: Ziel sei einerseits, bei jungen Leuten Interesse an hiesigen Unternehmen zu wecken, andererseits die Ansprüche dieser Generation kennenzulernen und drittens Kunden zu gewinnen.

„Es geht um den Austausch“, ergänzte Bettina Schmauder vom BDS. Dass die Jungen von den Alten lernten und die Alten von den Jungen sei die Kernidee des Kirchheimer Wirtschaftspreises. Selbiger wird in vier Kategorien vergeben, aufgesplittet nach Schularten. „Jeder soll eine Chance haben, ganz egal, auf welche Schule er geht“, erläuterte Bettina Schmauder.

16 Unternehmen haben sich heuer zusammengetan und insgesamt 3 000 Euro Preisgeld gestiftet. 19 Arbeiten wurden eingereicht. Die Jury, bestehend aus Hans-Joachim Most, Frank Keller, Norbert Häuser und Bettina Schmauder vom BDS sowie Vertretern der Schulen und der IHK, hatte keine leichte Aufgabe bei der Beurteilung. Schließlich vergab sie vier erste Preise und drei Anerkennungspreise.

In den Arbeiten, inhaltlich wie auch stilistisch, spiegelten sich ganz unterschiedliche Denkansätze und Vorgehensweisen. „Ihr Schüler zeichnet gemeinsam ein zeitgemäßes Bild der Vielfalt“, fasste BDS-Vorsitzen­der Thomas Oßwald zusammen und dankte den jungen Leuten für ihr großes Engagement und für ihre Leistungsbereitschaft.

Hans-Joachim Most stellte im Verbund mit verschiedenen Laudatoren aus den Reihen der Pädagogen die Preisträger und ihre Arbeiten vor. Dabei gab‘s für das Publikum viel zu Staunen und immer wieder auch Grund zum Lachen, wenn die Schülergruppen frei von der Leber weg ihre Erfahrungen beschrieben. Großen Applaus erhielt vor allem der ziemlich professionelle einminütige Werbesport, den eine fünfköpfige Freundinnengruppe vom Schlossgymnasium produziert hatte. In diesem schmissigen „No-budget-Produkt“ hetzt ein Parcoursläufer in atemberaubendem Tempo und wechselnden Outfits durch Kirchheims schönste Ecken.

Bei so viel Begeisterung seitens der Preisträger verwunderte es wenig, dass einige signalisierten, den hier eingeschlagenen Weg möglicherweise einmal beruflich vertiefen zu wollen. Den Firmen kann‘s recht sein angesichts des immer deutlicher zutage tretenden Fachkräftemangels. Frühzeitig Kontakte zu knüpfen und Interessen sowie Neigungen herauszufinden, ist natürlich auch Sinn des Preises, wie Dieter Pross von der IHK-Bezirkskammer Esslingen-Nürtingen unterstrich. „Es ist wichtig, einen Job zu finden, der Spaß macht und das Leben erfüllt“, gab er den Preisträgern mit auf den Weg und brach eine Lanze für die duale Ausbildung als Garantin für gute Karrierechancen.

Aus ihrer persönlichen Erfahrung konnte Natalie Pfau unterstreichen, wie wichtig es ist, den ganz persönlichen Weg beizeiten zu erkennen. Sie war im Jahr 2006 eine der Preisträgerinnen des ersten Wirtschaftspreises und erzählte von „krassen acht Jahren“, die seither ins Land gegangen seien. Während sie damals weder mit Wirtschaft noch mit Politik etwas am Hut hatte, sei Politik nun ihr Lebensinhalt. Die 26-Jährige ist mittlerweile Doktorandin der Politikwissenschaften und wird außerdem bald als jüngste Stadträtin in den Reihen der Kirchheimer CDU im Ratsrund Platz nehmen.

So kunterbunt sich die Schullandschaft heute präsentiert, so abwechslungsreich geriet auch der Abend der Preisverleihung. Musikalisch passend umrahmt wurde er mit fetzigen Rhythmen von der Big Band des Schlossgymnasiums.

Zu Recht stolz!Kommentar

Nichts ist so motivierend wie der Erfolg! Einmal mehr zeigte sich der Wahrheitsgehalt dieses Satzes bei der fünften Verleihung des BDS-Wirtschaftspreises. Mit zu Recht stolzgeschwellter Brust nahmen die Preisträger ihre Urkunden entgegen und erzählten vor großem Publikum von der Entstehung ihrer Arbeiten. – Dabei geht es längst nicht nur darum, einen Zuschuss für die Klassenkasse einzuheimsen (wobei auch das willkommen ist). Es geht um Wertschätzung, die beileibe nicht jeder Schüler in jeder Schulart selbstverständlich erfährt. Es geht in manchen Fällen ganz sicher auch um Weichenstellungen fürs Leben.

Nicht nur die Schüler können stolz sein. Das gilt auch für den BDS als Initiator des erfolgreichen Wirtschaftspreises. Durch ihre Arbeiten identifizieren sich junge Leute in einzigartiger Weise mit „ihrer“ Stadt und mit den hiesigen Unternehmen. Das ist den Unternehmern und BDS-Mitgliedern beachtliches Engagement wert, finanziell und ideell. Schließlich zieht sich die Entstehung der Arbeiten über Wochen hin und erfordert Unterstützung, Hilfe und Tipps.

Doch es handelt sich um eine nachhaltige Investition, die sich langfristig für alle Seiten auszahlt. Auch darauf dürfen alle stolz sein. Schüler werden hier frühzeitig in die Stadt eingebunden, denn sie sind die Arbeitskräfte und zugleich die Kunden der Zukunft und nicht zuletzt auch die Gestalter.IRENE STRIFLER

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