Infoartikel

Gemeinde unter ZugzwangKommentar

Viele Notzinger und Wellinger wollen den CAP-Markt in der Ortsmitte. Das spürte jeder, der die Infoveranstaltung im Bürgerhaus besuchte. Ob die Bürger auch bereit sind, dafür in die eigene Tasche zu greifen, und vor allem, wie tief, bleibt abzuwarten. Nimmt man die Begeisterung im Bürgerhaus als Gradmesser und das Ausmaß, mit dem das Thema momentan die Gespräche beherrscht, müsste das Geld relativ locker sitzen.

Toll, wie Eberhard Kühnle, Petra Lippkau und alle Spender sich dafür einsetzen, dass der Notzinger Ortskern lebendig bleibt. Aber auf diesem Engagement dürfen sich Bürgermeister und Gemeinderat nicht ausruhen. Der CAP-Markt mit seinen 3 500 Artikeln ist für die Notzinger und Wellinger eine echte Alternative zum Einkauf in Kirchheim oder Wernau. Anders als in manchen „Tante Emma Läden“ sind die Preise nicht höher als bei Edeka und Co. Der Laden ist für jedermann erreichbar, das Personal geht auf die Wünsche und Bedürfnisse älterer Menschen ein. Und dazu gibt es noch Jobs für Notzinger, die sonst nicht ohne weiteres Arbeit finden. So etwas dürfen sich Bürgermeister und Gemeinderat auf keinen Fall entgehen lassen.

Bürgermeister Haumacher hat jüngst gesagt, dass sich die Gemeinde wettbewerbsneutral verhalten müsse. Ist es jedoch wettbewerbsneutral, wenn Notzingen einen Discounter im Gewerbegebiet ansiedelt? Nicht wirklich. ANTJE DÖRR

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