Kirchheim

„Gerstenklopfer“ feiern 1250 Jahre

Jubiläum Mitte Juli wird der Jesinger Ortsmittelpunkt kurzfristig verlegt, auf den Festplatz hinter der Gemeindehalle. Zum Programm gehören Heimatabend, Kinderfest, Partynacht, Gottesdienst und Festumzug. Von Andreas Volz

Im Zeichen des „Geburtstags“ blüht Jesingen auf - nicht nur vor Kirche und Rathaus, sondern auch beim Festwochenende Mitte Juli.
Im Zeichen des „Geburtstags“ blüht Jesingen auf - nicht nur vor Kirche und Rathaus, sondern auch beim Festwochenende Mitte Juli. Foto: Carsten Riedl

Ganz Jesingen feiert. Was es genau zu feiern gilt, sieht man an zentraler Stelle angezeigt: Deutlich ist - durch die Blumen - Zahl „1250“ zwischen Kirche und Rathaus zu lesen. Vor 1250 Jahren, also Anno Domini 769, taucht Jesingen erstmals in einer Urkunde auf. In derselben Urkunde sind allerdings auch Weilheim und Bissingen erwähnt, sodass es im Juli nur so wimmelt vor 1250-Jahr-Feiern rund um Teck und Limburg.

Aber die „Geburtstagskinder“ teilen sich den Feiermonat in trauter Eintracht: Jedes Wochenende ist jemand anderes dran. Weilheim beginnt vom 5. bis 7. Juli. Zum Abschluss sind vom 19. bis 21. Juli die Bissinger an der Reihe. Und mittendrin - vom 12. bis zum 14. Juli - feiert Jesingen ganz groß.

„Ganz Jesingen“ heißt in diesem Fall wirklich „ganz Jesingen“, wie Ortsvorsteher Christopher Flik und die Mitglieder des Organisationsteams betonen: Alle Vereine stellen Personal für das große Festwochenende. Von 250 bis 300 einzelnen Schichten gehen die Planer aus. Manche machen auch mehrere Schichten, weil sie nicht nur in einem einzigen Verein aktiv sind. Selbst Nicht-Vereinsmitglieder sind zur Mitarbeit beim Jubiläumsfest eingeladen.

Die Federführung haben zwei Vereine übernommen: der Musikverein und der TSV, mit seinen Abteilungen Fußball, Ski und Tennis. Diese beiden Vereine tragen nicht nur das Hauptrisiko, sondern stellen auch das Organisationskomitee, das sich ganz bewusst für ein lokal geprägtes Fest entschieden hat. „Wir wollten keine Band von internationalem Ruf einladen, die dann gleich Hunderte von Fanbussen mitbringt“, sagt Thomas Allmendinger zur Dimension der Jubiläumsfeier. Sie soll vielmehr „von Jesingern für Jesinger“ sein - und für alle anderen, die sich irgendwie mit Jesingen verbunden fühlen. Der Festplatz hinter der Gemeindehalle ist erprobt und bewährt. Dort wird ein Zelt für rund 1 500 Personen aufgestellt.

Am Freitag, 12. Juli, beginnt um 19 Uhr der Heimatabend, bei dem sich die Jesinger Vereine mit einem bunten Programm einbringen. Die Jesinger Tracht gehört ebenso dazu wie ein Projektchor und das Heimatlied, die Siegerehrung des Jubiläumsschießens, eine Talkrunde oder auch der Auftritt der Junglandwirte mit Dreschflegeln - als Bezug auf den Jesinger Necknamen „Gerstenklopfer“.

Am Samstag, 13. Juli, steigt ab 14 Uhr das große Kinderfest, mit einer Aufführung der Schule sowie mit einer Spielstraße, bevor gegen 19 Uhr der Partyabend seinen Lauf nimmt - angeheizt von der Band „Albfetza“. Tags darauf wandelt sich das Zelt zur Kathe­drale: Um 10 Uhr beginnt am Sonntag, 14. Juli, der ökumenische Gottesdienst mit Frühschoppen. Am Nachmittag wiederum ist das Festzelt Zielpunkt des Festumzugs, der um 13.30 Uhr in der Fauslerstraße startet. Die Ortsdurchfahrt ist deswegen bis 15.30 Uhr gesperrt.

Unterstützung erhalten die Jesinger für ihren Festumzug durch zahlreiche Musikkapellen aus der Umgebung: Das Festwochenende ist zugleich auch das Kreismusikfest, zu dem der Kreisverband der Blasmusik einlädt.

Historie auf dem neuesten Stand

Der Auftakt zur Festwoche ist bereits am Sonntag, 7. Juli: In der Gemeindehalle wird ab 19.30 Uhr die neue Jesinger Ortsgeschichte vorgestellt, Einlass ist um 18.30 Uhr. 50 Jahre nach dem Heimatbuch zur 1200-Jahr-Feier folgt nun also die wissenschaftlich fundierte Historie Jesingens. Zudem beginnt am Montag, 8. Juli, um 19 Uhr im Jesinger Rathaus die Vernissage einer Ausstellung mit Jesinger Exponaten aus dem Fundus des Kirchheimer Stadtmuseums.

Was bleibt den „Gerstenklopfern“ nun noch zu wünschen? Das passende Wetter. Aber da müssten sie ja einen guten Draht haben - zu Petrus, ihrem Kirchenpatron.

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