Kirchheim

Große Klänge und zarte Töne

Veranstaltung Bei der Kirchheimer Orgelnacht gibt es vier Konzerte, die das Instrument in allen Facetten zeigen.

Kirchheim. Nach großem Erfolg in den vergangenen Jahren findet am Samstag, 14. Juli, von 20 bis 24 Uhr in St. Ulrich in Kirchheim die 18. Kirchheimer Orgelnacht statt. Dann werden vier Konzerte an der Göckel-Orgel gespielt. Die „Königin der Instrumente“ tritt an diesem Abend sowohl solistisch als auch als Begleitinstrument in Erscheinung.

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Den Auftakt der Orgelnacht macht die Kombination „Orgel plus Orchester“. Im Mittelpunkt des Programms steht das „Konzert für Orgel und Streichorchester“ des kanadischen Organisten und Komponisten Denis Bédard. Entstanden in den Jahren 1999 und 2000 entfaltet das Werk ein Feuerwerk an Melodien, Klängen und Rhythmen. Die Leitung des Projektorchesters hat Konzertmeisterin Irina Hornung. Den Orgelpart übernimmt der Hausherr, Dekanatskirchenmusiker Thomas Specker.

Von Krieg und Auferstehung

Um 21 Uhr folgt das zweite Konzert „Orgel plus Chor“. Der belgische Komponist und Organist Joseph Jongen begann im März 1945, in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs, mit der Komposition seiner „Messe en l’honneur du Saint-Sacrement“. Nach Monaten der Ungewissheit und Unfähigkeit, auch nur eine Note zu Papier zu bringen - sein Sohn war von der Gestapo verhaftet worden - kam die erlösende Nachricht: „Plötzlich hörten wir, dass Jacques in Weimar war, wo er bald von den Amerikanern befreit werden sollte. Welche Auferstehung! Dann endlich konnte ich beginnen, die Messe zu schreiben.“ Und so begann Jongen die Komposition des Werks in einem Zustand großer Erleichterung und Hoffnung.

Der Chor der katholischen Hochschulgemeinde an der Universität Tübingen unter der Leitung von Peter Lorenz hat die Messe einstudiert und präsentiert sie in Kirchheim. An der Orgel begleitet Dekanatskirchenmusiker und Regionalkantor Martin Neu.

Orgel-Impro über Fotos

Das dritte Konzert des Abends ab 22.15 Uhr: „Orgel plus Fotografische Notation“. Dekanatskirchenmusiker Martin Böhm improvisiert über die Fotografische Notation „Disappunto“ der Künstlerin Kathleen Jahn.

Den Abschluss der Orgelnacht macht ab 23.15 Uhr ein reines Orgelkonzert unter dem Titel „Orgel pur für Auge und Ohr“. Das Publikum hat in diesem Konzert die seltene Gelegenheit, dem Organisten „über die Schulter zu schauen“. Das Programm, das Paul Theis ausgesucht hat, wird per Kamera in den Kirchenraum übertragen. Paul Theis wird ohne Assistenz ein Programm mit Werken von Antonio Vivaldi bis Astor Piazzola spielen.pm