Kirchheim

Großer Buchstabe, große Wirkung: Wander(S)pass

Fitness Vor 15 Jahren wurde die Idee des Wanderprojekts geboren. Heute ist es immer noch ein Dauerläufer.

Bei Wanderungen des MSSGV kommt bei den Kindern keine Langeweile auf.Foto: Dieter Ruoff
Symbolfoto: Dieter Ruoff

Kirchheim. Eigentlich war es als einmalige Aktion geplant. Mittlerweile hat sich aber der „Wander(S)pass“ des Mährisch-Schlesischen Sudetengebirgsvereins (MSSGV) bei den Kindern in den Grundschulen der Stadt Kirchheim zu einer festen Größe entwickelt. Über 2 000 Grundschulkinder lernten bei mehr als 40 Wanderungen, dass Wandern und Natur viel Spaß bereiten können.

Wie kam es dazu? Unter dem Motto „Kinder unsere Zukunft - Kirchheim in Bewegung“ plante die Stadt ein Sportentwicklungskonzept für die Jahre 2004 bis 200X, das die Einrichtung eines Netzwerkes „Bewegung für Kinder“ vorsah. Kindergärten, Schulen und Vereine sollten an diesem Projekt beteiligt werden. Im Jahr 2004 wurde das Schulwandern von Kindern eher als lästige Pflicht denn als Chance gesehen. Deshalb bot der Vorstand des MSSGV unter Federführung der Zweiten Vorsitzenden, Carola Rauer, der Stadtverwaltung und den Grundschulen an, Wanderungen der besonderen Art mit Grundschulkindern durchzuführen.

Ausgangspunkt war die Erkenntnis, dass Kinder die Welt über Bewegung kennenlernen. Dabei entwickelt sich nicht nur die Koordination, sondern auch das Denken. Der natürliche Bewegungsdrang der Kinder und Jugendlichen sollte daher gefördert werden. Das gilt auch heute noch, denn Bewegungsarmut hat eher noch zugenommen. Die Folge: immer mehr übergewichtige und motorisch auffällige Kinder, die für sportliche Aktivitäten nur sehr schwer zu begeistern sind. Hier kann bereits mit kurzen Wanderungen gegengesteuert werden - dazu sind praktisch alle Kinder in der Lage. Zudem benötigt man beim Wandern nur wetterfeste Kleidung und keine kostspielige Ausrüstung. Mit dem Motto „Abenteuer in Bewegung“ möchte der „Deutsche Wanderverband“, dessen Mitglied der MSSGV ist, der Bewegungsarmut entgegenwirken und Kinder, Jugendliche, Schulklassen und Familiengruppen zur Freizeitgestaltung im Freien anregen.

Wie alles begann

Drei Wanderungen für die Grundschulklassen eins bis vier und ein Abschlussfest wurden für 2004 geplant. Um Schulkinder fürs Wandern zu begeistern, wurde ein Wanderpass entwickelt, der die Teilnahme bestätigte. Beim Abschlussfest am Wanderheim Altvaterbaude des MSSGV sollten dann Urkunden und Anstecker verteilt werden, quasi als Motivationsstütze. So wurde aus dem Wanderpass die „Aktion Wander(S)pass“, die Einladungen mit Informationen für die Eltern an die Rektorate geschickt und über die Klassenlehrer verteilt. Auch die Anmeldungen der Kinder wurden in den Schulklassen gesammelt und dann zum MSSGV gegeben. Knackpunkt war aber - es wurden nicht einfach Wanderungen von A nach B angeboten, sondern Aktionen mit Eventcharakter: „Ratespaß beim Wanderpass“, „Schatzsuche im Talwald“ und „Se(h)en mit vier Augen“. So verwandelte sich bei der Schatzsuche der Talwald in einen Märchenwald, schwierige Aufgaben waren zu lösen: Feenkraut und goldene Nüsse mussten auf dem Weg gesammelt werden, Quizaufgaben waren zu lösen und auch eine Begegnung mit Hexen musste überstanden werden.

Von Beginn an stieß das Angebot auf Resonanz. Bis zu 280 Kinder nahmen 2004 an den Events teil - eine Mammutaufgabe für den Verein. Allerdings waren es die Kinder, die eine Weiterführung der „Aktion Wander(S)pass“ buchstäblich erzwangen, indem sie bereits während der Wanderungen nach den Terminen für das nächste Jahr fragten.

Ein kleines Jubiläum

Diese Jahr findet die „Aktion Wander(S)pass“ zum 15. Mal statt und zwar am 5. Mai (Bewegt durch Wald und Feld), am 9. Juni anlässlich des Landesfestes des Schwäbischen Albvereins (Schatzsuche im Schafhöfer Wald) sowie am 7. Juli mit dem Abschlussfest. Neben Urkunde und Anstecknadel gibt es für die Kinder in diesem Jahr ein speziell gestaltetes Wander(S)pass-T-Shirt. Eltern, die ihr Kind anmelden wollen, können dies über E-Mail an Carola. Rauer@mssgv.de oder bei der Geschäftsstelle unter Telefon 0 70 23/ 90 88 23 tun.Günther Buck

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