Kirchheim

Gut - mit Luft nach oben

Streetfood ist was Feines: Da braucht man sich nicht in Schale zu schmeißen, hat die Auswahl zwischen vielen Leckereien, die man normalerweise nicht an jeder Imbissbude bekommt, das Auge erfreut sich an bunten „Food-Trucks“, es gibt meistens noch Livemusik, und man kann sich ohne schlechtes Gewissen die Finger beim Essen schmutzig machen. All das hatte das Kirchheimer Streetfood-Festival auf der Hahnweide auch zu bieten. Was auch nicht fehlte: Witzige Sitzmöglichkeiten in Form von gestapelten Paletten - derer es allerdings deutlich zu wenig gab. Auch das Entsorgen der Pappschalen erweist sich in Ermangelung nahe gelegener Abfalleimer als etwas umständlich.

Der Hauptkritikpunkt ist ein anderer, und der ergibt sich gleich am ersten Burger-Stand, den der Autor mit seiner besseren Hälfte ausgewählt hat. Für zwei Straußen-Burger und eine Portion Süßkartoffel-Pommes ist er 26 Euro losgeworden. Dazu noch zwei Bier á 3,50 Euro macht 33 Euro. Danach ist man noch nicht satt und gönnt sich einen Nachtisch in Form von zehn Mini-Pfannküchlein mit Erdbeeren, Bananen und Schokoladensoße für 6,50 Euro. Die Schale ist schnell leer, also noch mal nachgeholt. Mäßig gesättigt mit staubigen Hosen (da auf Paletten gesessen) und um 51 Euro leichter, inklusive der eingangs gezahlten fünf Euro Parkgebühr, denkt man: ein cooler Event in schöner Umgebung, aber leider etwas zu teuer und dafür zu Burger-lastig.

Denn bei aller Streetfood-Begeisterung darf eins nicht vergessen werden: Man muss sich sein Essen holen, zum Teil längere Wartezeiten in Kauf nehmen und danach einen Platz zum einigermaßen bequemen Verzehr suchen. Der ungezwungene „Street-Charakter“ sollte sich auch in den Preisen niederschlagen. In der Zukunft lauern wie bei allen Trends Gefahren: Bei der Menge an „Essen-auf-der-Straße-Events“ in der Region ist das Ambiente irgendwann nichts Besonderes mehr, und den Hamburger kann man auch nicht jedes Jahr neu erfinden. Daher: Mehr Essensvielfalt, etwas moderatere Preise, mehr Mülleimer und Sitzgelegenheiten. Schließlich soll es die Streedfood-Festivals noch lange geben, denn vor allem in Kirchheim sind sie zweifellos eine Bereicherung.

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