Kirchheim

Hat das Auto keine Zukunft mehr?

Politik Die Kirchheimer Linken diskutieren über nachhaltige Mobilität. In der Teckstadt sei noch viel zu tun.

Radweg , Sch¿lkopfstrasse, Radfahrer, Fahrrad, Markierung, Schutzstreifen
Symbolfoto

Kirchheim. Der Kirchheimer Ortsverband von „Die Linke“ hatte Christoph Ozasek, Fraktionsvorsitzender der Linken-Regionalversammlung Stuttgart, eingeladen, zum Thema „Nachhaltige Mobilitätslösungen“ zu sprechen. Heinrich Brinker, Sprecher der Linken für den Kreis Esslingen, ergänzte den Vortrag um die lokalen Bezüge.

Anzeige

Laut ihnen ist in Baden Württemberg der Verkehr mit 30-prozentigem Anteil am CO2-Aufkommen das größte Problem - noch vor der Strom- und Wärmeproduktion. Weit abgeschlagen, mit 19 Prozent, folgen die Abgase aus den Haushalten. Die Anzahl der Autos ist zudem so hoch wie nie. Kirchheim gehört zu den Rekordhaltern, mit 552 Autos pro 1 000 Einwohner im Jahr 2011. Neuere Daten für Kirchheim existieren nicht, doch die Tendenz ist steigend.

Autos zerstören die Stadt

Baden Württemberg hat die höchsten Kosten für Klimaschäden vor allen anderen Bundesländern, so Ozasek. Neben Luftverschmutzung, Zersiedelung, Flächenfraß und Landschaftsverbrauch entstehen durch den Autoverkehr Orte, an denen sich niemand mehr aufhalten möchte. Jeder Siebte in der Region Stuttgart wird krank durch Lärm. Auch Pendeln sei nicht gesund.

Ein Schritt in die richtige Richtung sei laut Ozasek, dass in Stuttgart der Gemeinderat den Entschluss gefasst hat, den Verkehr aus der Innenstadt zu drängen. Außerdem brauche man einen ökologisch gestalteten Verkehr. Es gehe um „benutzen statt besitzen“. Zentraler Punkt dabei sei ein gut funktionierender öffentlicher Nahverkehr mit Rufbussen im ländlichen Raum, fairen Tarifen, Vorfahrt für die Förderung von Schiene, Bus, Fuß- und Radverbindungen und die Vernetzung von allen Elementen der Fortbewegung.

Kirchheim ist im Radverkehr mit einer Quote von 14 Prozent gut aufgestellt, aber beim öffentlichen Nahverkehr erreicht die Teckstadt mit vier Prozent Nutzern noch nicht einmal die Hälfte der bundesweiten Quote.pm