Lokale Kultur

„Ich werde Stadtführer“

Volkshochschule und Kirchheimer Stadtverwaltung bieten einen gemeinsamen Lehrgang für künftige Stadtführer an

Zum Tag des offenen Denkmals hält Herr Kamphausen eine historische Führung durch KirchheimStadtführung
Zum Tag des offenen Denkmals hält Herr Kamphausen eine historische Führung durch KirchheimStadtführung

Kirchheim. Ab September bietet die Volkshochschule Kirchheim den Lehrgang „Ich werde Stadtführer“ an. Hintergrund ist der Engpass, den die Kirchheim-Info seit dem S-Bahn-Anschluss Kirchheims erlebt. Vor allem in den Sommermonaten müssen Anfragen für Stadtführungen immer wieder abgewiesen werden, weil nicht genügend Stadtführer zur Verfügung stehen.

Heike Büttner, die Leiterin der Kirchheim-Info, freut sich, in der Volkshochschule mit ihrem Wunsch, einen Lehrgang für künftige Stadtführer anzubieten, auf offene Ohren gestoßen zu sein. Sie stellt sich vor, dass damit einerseits den möglichen Interessenten der systematischere Einstieg in eine Tätigkeit als Stadtführer erleichtert wird, zum anderen die Qualität der Führungen gesichert werden kann.

Dr. Iris-Patricia Laudacher, die in der Volkshochschule den Fachbereich Geschichte betreut, nahm die Idee auf, einen Lehrgang zu konzipieren und anzubieten. Die Teilnehmer lernen in insgesamt 56 Unterrichtsstunden Grundlagen von Methodik und Didaktik, sie erhalten Anregungen, Führungen für Familien mit Kindern zu gestalten, üben sich in der richtigen Sprechtechnik und erfahren vieles über die Kirchheimer Stadtgeschichte, von der ersten Besiedlung des Stadtgebiets bis zur derzeitigen Stadtentwicklung. Zum Abschluss des Lehrgangs gibt es eine schriftliche und praktische Prüfung.

„Der Lehrgang kann natürlich nicht alle Detailinformationen abdecken, und es sind auch nicht alle Aspekte der Kirchheimer Stadtgeschichte erforscht“, sagt Stadtarchivar Dr. Joachim Brüser, der selbst einen Teil des Unterrichts übernehmen wird. „Vor allem um eigene Akzente bei einer Führung zu setzen, wird es erforderlich sein, eigene Recherchen zu betreiben, sei es in der Stadtbücherei oder im Stadtarchiv. Dies wäre unbedingt wünschenswert.“ Um dies zu erleichtern, beinhaltet der Lehrgang auch einen Besuch im Stadtarchiv mit einer ersten Einführung in die Archivnutzung.

Zum Kreis der Dozenten gehören neben Stadtarchivar Brüser der langjährige Kirchheimer Stadtführer Günther Erb, der ehemalige Museumsleiter Rainer Laskowski, Bürgermeister Günter Riemer, der Bauforscher Tilmann Marstaller, die Museumspädagogin Heidi Schubert, die Stimmbildnerin Sabine Lebsanft und die Erwachsenenbildnerin Iris-Patricia Laudacher.

Formale Voraussetzungen zur Teilnahme am Lehrgang gibt es nicht. Gefragt sind Lust und Freude, Besuchern die Stadt Kirchheim in Geschichte und Gegenwart nahezubringen. Wichtig ist auch die Bereitschaft, ein halbes Jahr lang an dem Lehrgang, der am Freitag, 27. September, beginnen soll, teilzunehmen, sich die Zeit zu nehmen, den Unterrichtsstoff vor- und nachzubereiten und schließlich die Prüfung abzulegen.

Der Unterricht findet im vierzehntäglichen Rhythmus freitags von 18 bis 21.15 Uhr und samstags von 9 bis 12.15 Uhr statt. Natürlich kann die vhs den Lehrgang nicht kostenfrei anbieten. Heike Büttner ist sich aber sicher, dass sich die Investition in die Kursgebühr aufgrund der großen Zahl der Führungsanfragen lohnen wird. Inzwischen liegt ein Prospekt zum Lehrgang vor. Dieser kann bei der Volkshochschule unter der Telefonnummer 0 70 21/97 30-49 oder bei der Kirchheim-Info unter der Nummer 0 70 21/30 27 angefordert werden. Der Prospekt steht auch auf der Internetseite der Stadt Kirchheim unter www.kirchheim-teck.de.

Am Dienstag, 17. September, beginnt um 19 Uhr im Spital ein Informationsabend zum Lehrgang. An diesem Abend beantworten die Leiterin der Kirchheim-Info Heike Büttner, Annemarie Branke vom Rechtsamt der Stadt Kirchheim und Iris-Patricia Laudacher von der vhs Fragen zum Lehrgang. pm

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