Kirchheim

Im Rauner ist alles im Rahmen

Richtfest Der Neubau der Teck-Realschule hält sich an den Zeitplan und an die Kostenberechnung. In gut einem Jahr soll das Gebäude bezugsfertig sein. Von Andreas Volz

Ganz oben auf dem Gerüst thront der geschmückte Baum: Wie es sich gehört für ein zünftiges Richtfest, hat die Stadt Kirchheim gl
Ganz oben auf dem Gerüst thront der geschmückte Baum: Wie es sich gehört für ein zünftiges Richtfest, hat die Stadt Kirchheim gleich im Anschluss an den Richtspruch zur Besichtigung der Baustelle auf dem Rauner-Campus eingeladen. Foto: Jean-Luc Jacques

Rohbau ist Rohbau: Auch wenn es am neuen Gebäude der Kirchheimer Teck-Realschule nicht viel Zimmermannskunst zu bestaunen gibt, hat die Stadt als Bauherrin dennoch zum Richtfest eingeladen. Schließlich ist es auch beim Betongebäude eine wichtige Zäsur, wenn der Rohbau steht und der Innenausbau beginnt. Konkret heißt das, dass die neue Schule in einem Jahr bezugsfertig sein soll.

Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker zeigte sich zum Richtfest vollauf begeistert vom „großzügigen Schulbau“ - womit sie sich auf die großen, hellen Räume bezog, die sich beim anschließenden Rundgang im Rohzustand erkunden ließen. Der Bau sei „so gestaltet, dass er modernen, zeitgerechten Unterricht ermöglicht“.

Deshalb bedauerte sie es umso mehr, dass sich die Aussichten auf ein ganz neues Schulgebäude noch nicht in den Anmeldezahlen niederschlagen. Wer sein Kind jetzt zur fünften Klasse anmeldet, hätte nach einem Jahr Altbau in der Aichelbergstraße ja noch fünf Jahre Neubau auf dem Rauner-Campus vor sich gehabt.

Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Vielleicht überzeugt das fertiggestellte Gebäude im kommenden Jahr doch wesentlich mehr Eltern von den Vorzügen der neuen Teck-Realschule.

Wenn die Realschule zu Beginn des Schuljahrs 2020/21 den Umzug hinter sich hat und den Schulbetrieb im Rauner aufnimmt, wird der Campus mit rund 850 Schülern zum drittgrößten Schulstandort, für den die Stadt Kirchheim als Schulträger zuständig ist. Höhere Schülerzahlen weisen dann nur noch die beiden allgemeinbildenden Gymnasien auf.

Gezählt wird in diesem Fall der gesamte Campus: die Raunerschule als Gemeinschaftsschule am angestammten Standort ebenso wie die Teck-Realschule als neuer, direkter Nachbar. „Wir gehen hier von einer Fünfzügigkeit aus“, stellte die Oberbürgermeisterin fest.

Welche Schule und welche von beiden Schularten dann pro Klassenstufe drei oder auch nur zwei Klassen aufweist, kann von Jahr zu Jahr unterschiedlich sein: „Wohin es sich entwickelt, wird die Zeit weisen.“ Die finanzielle Entwicklung dagegen scheint in den richtigen Bahnen zu verlaufen: „So, wie es jetzt aussieht, können wir den Rahmen einhalten. Das ist ein gutes Signal.“ Allerdings warte die Stadt immer noch darauf, dass der Zuschuss des Landes, der schon längst zugesagt ist, auch wirklich eintrifft: „Im Moment müssen wir das vorfinanzieren.“

Ausschließlich Recycling-Beton

Doch nicht nur die Finanzierung scheint nachhaltig zu sein. Auch bei den Materialien achtet die Stadt darauf, keine Ressourcen zu verschwenden: „Wir haben ausschließlich Recycling-Beton verwendet. Wir können es uns nicht leisten, immer wieder neue Materialien herzustellen.“ Auch bei der Energiegewinnung setzt die Stadt auf das Erneuerbare, denn eines Tages soll auf dem Dach des neuen Schulgebäudes auch eine Solaranlage installiert werden.

Dr. Ralf Streicher, der Rektor der Teck-Realschule, dankte der Stadt Kirchheim dafür, dass sie an dieser Stelle rund 30 Millionen Euro in die Bildung investiert. Zugleich sprach er von der großen Vorfreude an seiner Schule: „Jetzt ist der Bau real geworden. Wir stehen davor und denken uns: ,Da ziehen wir nächsten Sommer ein‘.“

Dass die Teck-Realschule und die Rauner-Gemeinschaftsschule gut zusammenarbeiten werden, davon ist Ralf Streicher überzeugt: „Gemeinsam bieten wir hier Pädagogik an, die an die Bedürfnisse aller Kinder und Jugendlichen angepasst ist.“

Die Teck-Realschule stellt noch am alten Standort auf neue Strukturen um

Anpassen an die neue Zeit will sich die Teck-Realschule bereits im kommenden Schuljahr, wie Konrektor Marlon Lamour am Rand des Richtfests erläuterte: „Im neuen Gebäude gibt es für zwei Klassenzimmer jeweils einen Differenzierungsraum - für Übungs- und Vertiefungsaufgaben.“ Außerdem sind im Schulgebäude mehrere „Lehrerstützpunkte“ verteilt, als Arbeitsplatz für die Pädagogen, zum Vor- und Nachbereiten des Unterrichts, zum Korrigieren von Klassenarbeiten, aber auch zum gemeinsamen Austausch - über Fachliches ebenso wie über Pädagogisches.

Lehrerunterrichtsräume werden an der Teck-Real­schule nicht mehr benötigt. Sie verwandeln sich schon diesen Herbst wieder in „herkömmliche“ Klassenzimmer. Außerdem fällt der 60-Minuten-Takt. Eine Schulstunde an der Teck-Realschule dauert von September an wieder 45 Minuten. Damit passt sich die Schule schon ein Jahr vor dem Umzug an die künftigen Nachbarn in der Raunerschule an.

Umzug und Neuorganisation sollen dadurch auseinandergehalten werden, sagt Marlon Lamour und verweist darauf, dass sich die Teck-Realschule auch an einem anderen Punkt umstellen muss: „Im neuen Schuljahr bieten wir ja erstmals den Hauptschulabschluss an der Realschule an.“ Das bedeutet nicht nur organisatorischen Aufwand fürs Kollegium, sondern auch ein doppeltes Alleinstellungsmerkmal für die kommenden Hauptschulabgänger: Sie werden die ersten sein, die den Hauptschulabschluss an der Teck-Realschule machen - und die letzten, die ihn am alten Standort ihrer Schule erhalten.vol

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