Lokale Wirtschaft

In der Grube tut sich was

Nach einem Jahr Stillstand ist in der Marktstraße 19 der Bagger angerollt

Seit bald einem Jahr klafft in der historischen Kirchheimer Altstadt schräg gegenüber dem Rathaus ein Loch. Anstelle eines abgerissenen Gebäudes soll dort ein neues Wohn- und Geschäftshaus entstehen. Baurechtliche Probleme haben den Baubeginn wiederholt verzögert. Jetzt ist aber Leben in die Baustelle eingekehrt.

Fast ein Jahr lang hat sich in der Baugrube in der Marktstraße 19 nichts bewegt. Jetzt haben die Bauarbeiten begonnen.Foto: Jean
Fast ein Jahr lang hat sich in der Baugrube in der Marktstraße 19 nichts bewegt. Jetzt haben die Bauarbeiten begonnen.Foto: Jean-Luc Jacques

Kirchheim. Die Familie Baki, die als Firma Luchs in Kirchheim einen Obst- und Gemüsehandel betreibt, hat das rund 320 Jahre alte Fachwerkhaus, das in der Marktstraße 19 gegenüber dem Rathaus stand, bereits 2011 erworben. Wo früher das Nähzentrum Zimmerer untergebracht war, soll ein Obst- und Gemüseladen entstehen. Darüber werden Wohnungen gebaut. Ursprünglich war eine Sanierung des Hauses geplant. Als sich herausstellte, dass das Gebäude nicht sanierungsfähig

„Es ist nicht einfach, in der Altstadt ein neues Haus zu bauen“

war, beantragte die Eigentümerfamilie den Abbruch. Im Oktober 2011 waren von dem alten Haus nur noch Trümmer übrig. Seitdem blickten Kirchheimer und Besucher in eine tiefe Baugrube, die sich hinter einem Drahtzaun zu verbergen suchte.

Nach fast einem Jahr Stillstand ist nun der Bagger angerollt. Viele Kirchheimer hatten darauf schon nicht mehr zu hoffen gewagt. Der Bauantrag lag zwar bereits im Juli des vergangenen Jahres vor. Nachforderungen des Bauordnungsamts hatten den Beginn jedoch immer wieder verzögert. „Es ging hauptsächlich darum, wie sich das Gebäude in die Altstadt einfügt. Außerdem musste beim Brandschutz und bei den Abstandsflächen nachgearbeitet werden“, so Manuela Maier. Als alle Auflagen erfüllt waren, erteilte das Amt am 10. Mai 2012 die Baugenehmigung. Seit dem 19. Juli liegt die Teilbaufreigabe vor, mit der der Kellerboden gebaut werden darf. Sobald die Prüfstatik abgeschlossen ist, steht dem Rest der Bauarbeiten aus Sicht der Stadt nichts mehr im Wege.

In der Altstadt ein neues Haus zu bauen, ist laut Manuela Maier niemals einfach. „Denn für einen Neubau gelten völlig andere Regeln. Nur weil im Altbau zu allen Seiten Fenster angebracht waren, muss das im Neubau nicht zulässig sein“, erklärt Manuela Maier. Sie ist jedoch davon überzeugt, dass sich der geplante Neubau gut ins Stadtbild einfügen wird. Die Zusammenarbeit mit der Familie Baki beschreibt sie als „sehr kooperativ“.

Laut Maier war der Baubeginn für Mitte oder Ende August 2012 angekündigt. Letztendlich habe die Stadt darauf aber keinen Einfluss. „Die Baugenehmigung erlaubt das Bauen. Es muss aber niemand bauen“, erläutert sie. Die Stadt habe natürlich ein Interesse daran, dass Baulücken geschlossen werden. „Wir können und wollen aber niemanden zwingen“, so Maier.

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