Kirchheim

In Hotpants Vokabeln pauken

Die Kirchheimer Schulen dulden lockere Kleidung

Unterricht in langen Jeans oder in Hotpants? Die Hitze verlockt zurzeit zu luftig-kurzen Outfits. An den Kirchheimer Schulen gelten großzügige Regeln.

Mädchen in Hotpants auf dem Schulhof: Noch gibt es keine Verbote an Kirchheimer Schulen. Foto: Markus Brändli
Mädchen in Hotpants auf dem Schulhof: Noch gibt es keine Verbote an Kirchheimer Schulen. Foto: Markus Brändli

Kirchheim. Die Mode gibt es vor: Je höher die Temperaturen, desto kürzer die Kleidung. Die lockere Kleidung bringt nicht nur die ersehnte Kühlung, sondern zieht nebenbei die Blicke auf sich. Solange es beim stillen Bewundern bleibt, ist alles kein Problem. Schnell ist aber der Grat zwischen Kompliment und Belästigung sehr schmal; und der Blickkontakt im Sommer kann rasch zu Ärger werden. Die Kirchheimer Schulen mischen sich in die Kleiderwahl ihrer Schüler zwar kaum ein, dennoch gibt es Grenzen, und da setzen die Rektoren auf direkte Ansprache.

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Ulrike Hauke-Kubel ist die Schulchefin der Jakob-Friedrich-Schöllkopf-Schule und nimmt bezüglich der Kleiderwahl ihre Klassenlehrer in die Pflicht: „Die Pädagogen dürfen und müssen ihre Schützlinge ansprechen. wenn sie der Meinung sind, Blusen oder Minijeans sind zu offenherzig.“ Regeln und Anordnungen waren bisher nicht nötig. „Und wenn ich einen Schüler im Unterhemd im Unterricht sitzen sehe, bitte ich ihn, sich entsprechend zu kleiden.“

Ähnlich am Ludwig-Uhland-Gymnasium: Frank Hugelmann, der stellvertretende Schulleiter, hat keinen Anlass, Verbote auszusprechen. „Wir halten die Augen offen und sprechen Schüler an, wenn uns was unangenehm auffällt.“ Bisher war der Sommer noch nicht so heiß, dass die Jeans immer kürzer und knapper wurden. „Alles kann man nicht dulden“, sagt Hugelmann, „aber man muss mit Verstand entscheiden.“

Uwe Häfele ist der Chef der Alleenschule. Dort sind Grund- und Werkrealschule vereint. Er erinnert sich: „Vor ein paar Jahren war es ein großes Thema, als die Hotpants erstmals an den Schulen auftauchten.“ Bisher sind die Schüler vernünftig gekleidet. Häfele findet: „Manchmal wird in Kleiderfragen zu schnell überbewertet.“ Die Lehrkräfte halten sich an der Alleenschule zurück. „Wir weisen dezent drauf hin, wenn‘s zu aufreizend wird.“

Die Freie Waldorfschule in Kirchheim setzt auf persönliche Freiheit. Edith Eisele betreut das Schulsekretariat und verweist auf die Schulordnung. Dort gibt es eine entsprechende Regel: „Jeder hat die Pflicht, angemessene Kleidung zu tragen. Dieses soll das Lernen nicht einschränken oder behindern.“ Im Einzelfall sprechen die Lehrkräfte die Schüler auf zu leichtes Outfit an. „Bisher gab es in dieser Hinsicht aber keine Schwierigkeiten“, freut sich Edith Eisele.

Bleibt zu hoffen, dass der Sommer gnädig ist und die Tage nicht immer heißer werden. So kann die Hotpants-Frage durch gemäßigte Temperaturen in die kühle Klamottenkiste verstaut werden.