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„Jeder gibt, was er kann, und nimmt, was er braucht“

In der Ulmer WG von Jens Nissen wird alles gemeinsam organisiert, vieles läuft über die Whatsapp-Gruppe. Ist die Wasch­maschine kaputt, wird das sofort kommuniziert, und die technisch Versierten kümmern sich zeitnah um das Problem. Kleine Reparaturen machen sie selbst, ist das Gerät jedoch am Ende, wird ein neues über die Gemeinschaftskasse finanziert. „Wer will, kümmert sich darum. Das läuft alles auf freiwilliger Basis. Pflichten werden bei uns wenig bestimmt“, erzählt der 26-Jährige. Schließlich hätten sie alle eine gemeinsame Vorstellung über ihre Wohnform. „Wir wollen nachhaltig und rücksichtsvoll die Zukunft gestalten, wir sind eine liebevolle Gemeinschaft. Viele haben die Idee: Ein Klo, das nur zweimal am Tag genutzt wird, ist nicht ausgelastet - und die Küche in einem Ein- oder Zwei-Personen-Haushalt steht lange Zeit des Tages ungenutzt herum“, sagt der 26-Jährige.

Persönlich sieht Jens Nissen einen tiefen Sinn darin, Ressourcen in einer Gemeinschaft zu teilen - nicht nur Materielles wie Kochgeschirr, Nahrungsmittel, Räume und Fahrzeuge. „Als wirklich große Chancen empfinde ich soziale, psychische und physische Unterstützung, zum Beispiel in Form von Konzepten wie gemeinsamen Haustieren, Co-Parenting, generationsübergreifendem betreutem Wohnen, Diskussions- und Selbsthilfegruppen oder einfach über den Urlaub die Pflanzen eines anderen zu gießen. Komplett freiwillig und nach dem Motto: ,Jeder gibt, was er kann, und nimmt, was er braucht‘“, so die Vorstellung von Jens Nissen. ih


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