Kirchheim

Jetzt ist wieder richtig Sommer

Ferien-Event Bei der traditionellen Radtour durchs Stadtgebiet wurde die Oberbürgermeisterin von zahlreichen interessierten Bürgern begleitet – fast alle waren mit dem E-Bike unterwegs. Von Irene Strifler

Vorbildlich: Auf dem Marktplatz schiebt die Stadtchefin samt Gefolge den Drahtesel. Foto: Jean-Luc Jacques
Vorbildlich: Auf dem Marktplatz schiebt die Stadtchefin samt Gefolge den Drahtesel. Foto: Jean-Luc Jacques

Bei den Temperaturen in jüngerer Vergangenheit musste gar nicht erst Rudi Carrells Ohrwurm „Wann wird‘s mal wieder richtig Sommer“ aus dem Radio dröhnen. Der Sommer ist längst da. In Kirchheim gibt es unabhängig vom Wetter klare Kennzeichen: Wenn das Weindorf öffnet, das Sommernachtskino lockt - und wenn die Oberbürgermeisterin zur alljährlichen Radtour einlädt, dann ist wieder richtig Sommer!

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Kürzlich stand sie wieder im Terminkalender, die beliebte Rundfahrt. Insider wissen: Wer einen der 25 Plätze im Gefolge der Stadtchefin ergattern will, muss schnell sein. Kaum ist der Termin bekannt, klingelt im Vorzimmer der Stadtchefin das Telefon unablässig. Längst nämlich hat sich die Tour, die stets Firmen wie auch stadtplanerische Aspekte abklappert, zum festen Sommerprogrammpunkt für wissbegierige Junggebliebene etabliert.

Die Zielorte sind stets geheim - der Überraschungseffekt ist ein Kennzeichen der Radtour, zu der schon Oberbürgermeister Peter Jakob eingeladen hat. Und so versammelten sich auch heuer wieder zwei Dutzend Radler am Marktplatz, um einen vergnüglich-informativen Nachmittag zu erleben.

Los ging‘s per pedes - in der Innenstadt muss geschoben werden - zum großen Zankapfel zwischen Radlern und dem Rest der Welt, dem Zebrastreifen am Wachthaus. „Hier müssen Sie absteigen“, predigte die Stadtchefin ihrem braven Gefolge, während rechts und links einzelne Radler vorbeipfiffen. Tatsächlich haben Radler auf Zebrastreifen nur dann Vorrang, wenn sie ihren Untersatz schieben. Dies ist oft nicht der Fall, weswegen es speziell am Alten Haus öfters zu Unfällen mit Radlern kommt.

Unfallfrei radelte die Gruppe weiter, und zwar über den Milcherberg und das Gewerbegebiet Hegelesberg bis zu den Badwiesen, wo im Juli das Hochwasser zugeschlagen hatte. Angelika Matt-Heidecker informierte unterwegs über stadtplanerische Überlegungen, lenkte dann aber zur Bedeutung der Wirtschaft für die Stadt über: „Irgendwo muss das Geld ja herkommen.“ Um dafür den Blick zu schärfen, ist stets eine Firmenbesichtigung Bestandteil der Radtour. Diesmal ging‘s zum Siemenswerk. wo Produktionsleiter Horst Dräger und Michaela Gushiken, bald kaufmännische Standortleiterin, die interessierten Gäste willkommen hießen. Manch einer kannte den Betrieb noch aus seiner Zeit als einstiges AEG-Werk. 1987, in der Hochphase, beschäftigte der Betrieb innerhalb der Siemens-AG 1 700 Mitarbeiter, die im Drei-Schicht-Betrieb arbeiteten. Heute stellen 300 Mitarbeiter Gießharztransformatoren her, davon arbeiten 190 im Zwei-Schicht-Betrieb. „Wir sind stolz darauf, zur Energiewende beizutragen und sind Feuer und Flamme für Windkraft“, fasste Dräger die Bestrebungen des Unternehmens zusammen.

Mit viel Input traten die Ausflügler mehr als eine Stunde später die Weiterfahrt an. Über das Primusareal und den Dettinger Weg ging‘s zum Folzschen Hof nach Nabern, wo man sich regionale Produkte unter dem Label „Schmeck die Teck“ auf der Zunge zergehen ließ.