Kirchheim

Jugend macht sich für die Jugend stark

Sportverein Die Jugendbetreuer in der Tischtennis-Abteilung des SV Nabern sind allesamt noch unter 30. Jetzt sind sie für den Ehrenamtspreis nominiert. Von Andreas Volz

Auch die jüngeren Nachwuchsspieler erhalten in der Tischtennisabteilung des SV Nabern bereits ein Training, das auf sie abgestim
Auch die jüngeren Nachwuchsspieler erhalten in der Tischtennisabteilung des SV Nabern bereits ein Training, das auf sie abgestimmt ist, das sie fordert und fördert.Foto: Andreas Braun

Jugendbetreuung in der Tischtennis-Abteilung des SV Nabern: Dass die Jugendlichen jung sind, versteht sich von selbst. Aber auch die Betreuer sind noch beachtlich jung. Svenja Maurer, Lisa Preyß, Jakob Baum und Marcel Autenrieth sind zwischen Anfang und Ende 20. Das Alter der Kinder und Jugendlichen, die sie betreuen, reicht von 8 bis 18.

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Fast das ganze Jahr sind sie im Einsatz - beim Training, bei Punkt- und Pokalspielen oder bei Turnieren. Talentsichtungen gehören ebenso dazu wie Weihnachts- und Saisonabschlussfeiern. Auch das Ausrichten eigener Turniere ist ein Teil ihrer Aufgaben. Sogar Inklusionscups veranstalten sie. Und „nebenher“ stehen die Betreuer auch noch selbst an der Platte - als aktive Spieler.

Die enge Bindung an den Tischtennissport und an den SV Nabern hat bei ihnen in frühester Jugend begonnen. „Lisa und ich haben mit acht Jahren angefangen“, erzählt Svenja Maurer. Etliche Jahre später kam die entscheidende Wende hin zum Funktionärsdasein: „Unser Jugendleiter hat gesagt, er will sich rausziehen.“ Lisa Preyß ergänzt, dass die beiden damals recht schnell verstanden haben: „Wir hatten wohl gar keine Wahl, als das zu übernehmen.“

2013 haben die beiden Sportsfreundinnen die Jugendleitung übernommen. Die Übergabe ist immerhin langsam und fließend erfolgt. Ihre C-Trainer-Lizenz hatten sie schon länger in der Tasche. Zwingend notwendig ist sie zwar nicht, um den Nachwuchs zu betreuen. Aber sie schadet auch nicht - vor allem nicht, wenn man ein effektives Training leiten will.

Der Erfolg gibt ihnen Recht: Vor allem mit den U 18-Teams ist der SV Nabern hochrangig unterwegs. Die Jungs sind jetzt zum zweiten Mal hintereinander Meister in der Verbandsklasse geworden, und im Pokal sind sie ohnehin Seriensieger. Die U 18-Mädels sind zwar gerade erst aus der Verbandsklasse abgestiegen. Aber dafür eifern sie ihren Betreuerinnen in der Vereinsarbeit nach, wie Svenja Maurer berichtet: „Die sind jetzt im Jugendvorstand des Gesamtvereins aktiv.“ Viele Vereine hätten das Problem, dass sich nicht genügend Mädchen fürs Tischtennis begeistern lassen. In Nabern sei das nie ein Problem gewesen.

Einen großen Vorteil für den Tischtennissport sehen die Jugendbetreuer darin, dass sie eine wichtige Lücke füllen: „In Nabern gibt es nicht viele andere Sportarten“, sagt Svenja Maurer. „Die Jungs gehen halt zum Fußball. Aber der Handball als Konkurrenz fällt bei uns weg. Das ist in Weilheim anders.“ Tischtennis ist also an der Gießnau fast so etwas wie ein Selbstläufer: „Eine Zeit lang sind wir auch an die Schule gegangen, haben Werbung fürs Tischtennis gemacht und die Kinder zu einem Schnuppertraining eingeladen.“ In den vergangenen Jahren war das gar nicht mehr nötig. Es waren auch so genügend Kinder regelmäßig im Training.

Kurz denken die Betreuer darüber nach, was sie ohne ihren Sport wohl machen würden. „Wenn es Tischtennis nicht gäbe, hätten wir viel mehr Zeit“, meint Svenja Maurer. Aber Jakob Baum ergänzt sofort: „Ich würde keines der jüngeren Kinder in Nabern kennen - so kenne ich fast alle.“

Rund 40 Kinder und Jugendliche sind insgesamt zu betreuen, wobei die Altersklassen immer auch gemischt werden, zumindest jeden Dienstag und Freitag im Training: Die Jüngeren bleiben oft noch ein bisschen länger und trainieren schon mit den Älteren. Gleiches gilt für Jugendliche und Erwachsene. „Das ist doch toll für die Jugend, wenn man Aktive als Zuspieler hat“, verdeutlicht Svenja Maurer. Das erleichtert den Übergang in andere Altersklassen.

Teilweise spielen Jugendliche auch schon in den Herren- oder Damenmannschaften mit - manchmal als Aushilfen und manchmal sogar als Stammspieler. Jakob Baum ist quasi das Paradebeispiel für die erfolgreiche Jugendarbeit: „Svenja und Lisa waren schon meine Jugendbetreuerinnen“, erzählt er. Er selbst kümmert sich inzwischen nicht nur um das Nachwuchstraining, sondern spielt auch bei den Aktiven. Svenja Maurer spricht aus, was er in aller Bescheidenheit verschweigt: „Jakob ist unsere Nummer eins bei den Herren eins.“

Was alle gemeinsam in den höchsten Tönen loben, ist die neue Gießnauhalle. Jakob Baum: „In der alten Halle könnten wir diese Menge an Kindern und Jugendlichen gar nicht unterkriegen, und auch unser Punktspielbetrieb wäre so nicht möglich. Dann gäbe es parallel kein Training mehr.“