Lokale Kultur

Kampf um gleiche Rechte geht weiter

Am 25. Februar beginnen die Frauenkulturtage - Schwerpunkt: 100 Jahre Frauentag

Die Kirchheimer Frauenkulturtage, die am Freitag, 25. Februar, beginnen, stehen dieses Jahr im Zeichen eines besonderen Jubiläums: Der Internationale Frauentag jährt sich zum 100. Mal.

Kirchheim. Der Internationale Frauentag ist vor gut 100 Jahren aus dem Kampf der Frauen um das Wahlrecht entstanden. Dass Frauen an die Urnen gehen, wenn am 27. März ein neuer Landtag gewählt wird, ist heute selbstverständlich. Das bedeutet für die Veranstalterinnen der Frauenkulturtage jedoch nicht, dass der Kampf um Gleichberechtigung bereits gewonnen wäre.

„Die jungen Frauen denken immer, dass sie gleichberechtigt sind“, sagt Marianne Gmelin, die den Frauentag als Kirchenbezirksbeauftragte des AK Asyl mitorganisiert. „Das sind sie auch. Bis sie Kinder bekommen.“ Dann kämen plötzlich die Fragen: Wie willst du das denn machen mit Familie und Beruf? „Einen Mann würde man so etwas nie fragen“, davon ist Marianne Gmelin überzeugt.

Auch Dr. Iris-Patricia Laudacher, stellvertretende Leiterin der Volkshochschule und Mitglied der Kirchheimer Frauenliste, will sich mit dem Erreichten nicht begnügen. Besonders besorgniserregend findet sie die Situation alleinerziehender Frauen, die während der Kinderzeit zu Hause waren und anschließend nicht mehr in ihren Betrieb zurück können. „Es ist toll für die Kinder, wenn Vater oder Mutter eine zeitlang zu Hause sind“, findet Laudacher. „Aber die Folgen für die Frauen sind oft verheerend.“

Eine Mischung aus Politischem und Kultur, das bieten die Frauenkulturtage in diesem Jahr zum sechsten Mal. Veranstalter sind der Bezirksarbeitskreis Frauen, die Frauenliste, die Volkshochschule, der Verein frauen unternehmen, die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen mit der Landtagskandidatin Sabine Fohler, die Kirchen, amnesty international, der AK Asyl, Frauen helfen Frauen, die Familien-Bildungsstätte und das Türkische Volkshaus.

Das Programm ist in diesem Jahr wegen der Landtagswahl etwas weniger umfangreich als sonst. Dennoch finden sich darin Höhepunkte sowie Veranstaltungen, die bereits Tradition haben. Besonders stolz sind die Veranstalterinnen auf einen Vortrag, der am Donnerstag, 3. März, um 19.30 Uhr im Spitalkeller der Volkshochschule beginnt. Die Soziologin Luise F. Pusch, Begründerin einer feminis­tischen Sprachkritik, spricht zum Thema „Die Frau ist nicht der Rede wert?!“ Iris-Patricia Laudacher bringt ihr Anliegen so auf den Punkt: „Ihr haben wir es zu verdanken, dass wir heute von Kauffrauen sprechen und nicht nur von Kaufmännern.“ Luise Pusch, die zu diesem Thema schon mehrere Bücher verfasst hat, verstehe es, dieses Thema auf sehr unterhaltsame Weise zu vermitteln.

Der Liederabend am Freitag, 25. Februar, um 19.30 Uhr im Gemeindehaus der Zionskirche steht ganz im Zeichen von Chile. Veronica Gonzalez lädt dazu ein, Lieder aus ihrem Herkunftsland und das Gedankengut ihrer europäischen, chilenischen und indianischen Vorfahren kennenzulernen. Zum Weltgebetstag der Frauen, der in diesem Jahr von chilenischen Frauen vorbereitet wird, findet am Freitag, 4. März, um 19.30 Uhr eine Veranstaltung in der Kreuzkirche statt. Thema ist: „Wie viele Brote habt ihr?“

Am Dienstag, 8. März, dem Internationalen Frauentag, werden zwei Veranstaltungen angeboten. Ab 15 Uhr gibt es eine Informationsveranstaltung in der Fußgängerzone, bei der die obligatorischen Rosen verteilt werden. Um 19 Uhr beginnt in der Aula der Alleenschule das Internationale Frauenfest, bei dem ein Theaterstück, aufgeführt von türkischen Frauen, und türkische Musik auf dem Programm stehen. Alle Interessierten sind willkommen. Mehr Informationen zum Programm gibt es online auf www.frauenliste-kirchheim.de.

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