Coronavirus

Keine leeren Klassenzimmer

Corona Die Schulen rund um die Teck halten sich an die Empfehlungen des Kultusministeriums. Schüler und Lehrer, die in den Risikogebieten unterwegs waren, bleiben zu Hause. Es sind aber Einzelfälle. Von Iris Häfner

Der Unterricht geht an den Schulen bislang nahezu normal weiter. Foto: Jean-Luc Jacques
Foto: Jean-Luc Jacques

Tag eins nach den Faschingsferien. Schon Ende vergangener Woche hatte das Kultusministerium die Empfehlung ausgegeben, dass Personen, die innerhalb der vergangenen 14 Tage in einem Risikogebiet waren - unabhängig von Symptomen - vorläufig zu Hause bleiben sollen. Lehrer und Schüler haben demnach schulfrei. Leere Klassenzimmer sucht man in der Region rund um die Teck allerdings vergebens. Von einer ruhigen Lage berichtet Robin Fehmer, Schulleiter der Realschule Weilheim. Das Wochenende hatte jedoch Mehrarbeit bedeutet. Die wichtigsten Daten hat er der Homepage des Kultusministeriums entnommen und entsprechend die Elternbriefe formuliert. „Im E-Mail-Verteiler habe ich diese Infos an alle weitergeleitet. Heute morgen haben es die Schüler dann noch schriftlich mitbekommen“, erklärt Robin Fehmer. Weder Lehrer noch Schüler seien in einem Risikogebiet unterwegs gewesen. „Da war zumindest keiner in der Lombardei“, sagt er.

Da Südtirol nicht als Risikogebiet geführt wird, stellte sich die Lage an der Realschule Lenningen entspannt dar. Dort waren einige Schüler und Lehrer. Eine Lehrerin kam nicht in die Schule, die mit ihrer Familie beim Skifahren war. Ein Kind hat Symptome, deshalb blieb die Mutter zu Hause. „Ansonsten sind unsere Schüler normal krank wie immer. Allerdings gibt es ein Unsicherheitsrisiko, doch da halten wir uns an die Anweisungen vom Minis­terium. Sonst gilt: abwarten“, erklärt Margitta Hofmann-Schuster vom Sekretariat.

Die Gemeinde Dettingen hat auf ihrer Homepage eine Eilmeldung über das Coronavirus herausgegeben. „Bitte beachten Sie, dass die Schulleitung der Teckschule festgelegt hat, dass Schüler, die in den Faschingsferien in Italien - inklusive in Südtirol - im Urlaub waren, zunächst am Montag nicht in die Teckschule kommen dürfen, bis eine Abstimmung mit dem Gesundheitsamt erfolgen konnte“, ist dort zu lesen.

Weit von Aufregung ist Clemens Großmann, Rektor der Kirchheimer Freihof-Realschule, entfernt. „Ich kann keine Zahlen nennen. Da müsste ich ja alle Tagebücher einsammeln und durchsehen“, hat er gestern Morgen keinen Überblick über mögliche Schüler, die in Risikogebieten unterwegs waren. Anders sieht es mit einer Lehrerin aus. „Die ist mit der Bahn durch so ein Gebiet gefahren. Sie ist vorsorglich zu Hause geblieben“, so der Rektor. Ihn beschäftigt das Masernschutzgesetz, das seit dem 1. März gilt, weitaus mehr. „In den nächsten Tagen geben wir den Elternbrief raus“, sagt Clemens Großmann. Den Klassenfahrten sieht er im Moment noch entspannt entgegen. Erst am Schuljahresende geht es ins Allgäu und nach Österreich, Berlin und das IJsselmeer stehen nach den Sommerferien auf dem Programm.

Von einer kleineren Liste, die sich sehr in Grenzen hält, spricht Georg Braun, Rektor des Ludwig-Uhland-Gymnasiums. Wenige Schüler sind betroffen, ebenso wenige Lehrer. „Das ist so geringfügig, das ist kein Problem. Wir bekommen das ganz gut hin“, sagt der Rektor.

„Wir haben keine Kranken aus den betroffenen Gebieten“, erklärt Lucia Heffner, Rektorin des Schlossgymnasiums. Ein Schüler war in der Lombardei, aus Sicherheitsgründen bleibt er zu Hause. Alle Info-Ebenen hat sie genutzt, um Eltern und Schüler zu benachrichtigen: Mail-Verteiler, App und Homepage. „Wir haben alle Regis­ter gezogen“, sagt sie. Alle Kollegen wurden gebeten, in der ersten Unterrichtsstunde die „Grippe-Benimm-Regeln“ nochmals durchzugehen, wie gründliches Händewaschen sowie Husten und Niesen in die Armbeuge. „Die Influenza ist ja auch noch im Land“, so die Rektorin. Die Klassenfahrten sollen wie geplant stattfinden, aber da der ganze Virus-Verlauf dynamisch ist, kann sich das täglich ändern. „Die Franzosen haben ihre Reise zu uns Ende März abgesagt. Wir wollen übernächste Woche nach Ungarn fahren - außer wir sind nicht erwünscht“, sagt sie.

Für die Kirchheimer Kindertageseinrichtungen gelten ebenfalls die Richtlinien des Kultusministeriums. „Uns hat die aktuelle Grippewelle fest im Griff. Von 230 Erzieherinnen sind 80 krank. Es kam schon zu Teilschließungen einzelner Gruppen. Wir bitten die Eltern deshalb eindringlich, kranke Kinder zu Hause zu lassen“, sagte Jana Reichle von der Kirchheimer Stadtverwaltung. Außerdem wurde bei der gestrigen Dienstbesprechung festgelegt, dass die Richtlinien auf die Gesamtverwaltung ausgeweitet werden.

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