Kirchheim

Kinder schätzen den Klassiker

Familie 17 Gängekarten, zwei bis vier Spieler, etwas Grusel und viel Spaß: Das Brettspiel „Das verrückte Labyrinth“ begeistert seit 30 Jahren. Von Judith Reischl

Ein spaßiger Zeitvertreib, jetzt auch für die Jüngsten: „Das verrückte Labyrinth“. Foto: Judith Reischl
Ein spaßiger Zeitvertreib, jetzt auch für die Jüngsten: „Das verrückte Labyrinth“. Foto: Judith Reischl

Wir schreiben das Jahr 1986: „Das verrückte Labyrinth“, ein Brettspiel für bis zu vier Personen, wird zum Spiel des Jahres. Ich war damals elf Jahre alt und von der Spielidee begeistert. Heute sitze ich an Regennachmittagen mit meinen zwei Kindern, sechs und fast acht Jahre alt, auf dem Boden und schiebe wieder Plättchen auf einem Spielplan hin und her. Diesmal auf der Junior-Version. „Das verrückte Labyrinth“ ist eine Mischung aus Brett- und Legespiel, bei dem die Kinder vorausschauendes Denken und Konzentration üben. Seit einigen Jahren können Eltern nun auch mit ihren jüngeren Kindern diesen Spaß genießen: Das „Junior-Labyrinth“ von Ravensburger ist für Kinder ab fünf Jahren empfohlen. Kleine Gespenster, Drachen, Eulen und vieles mehr begleiten die Spieler durch die verworrenen und ständig wechselnden Wege durch das spannende Labyrinth.

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Auf dem Spielbrett befinden sich 17 Gängekarten mit Wegen, die sich immer wieder verschieben. Spielfiguren sind vier Gespenster, die durch das Labyrinth geistern. Die Kinder sammeln zwölf Geheimnis-Chips. Am besten natürlich so, dass man besonders schnell zu seinem eigenen Schatz gelangt. Die Spieler können also nur so weit gehen, wie sie sich den Weg zum Schatz gelegt haben. Und schon der nächste Zug verschiebt alles wieder. Wer am Ende die meisten Schätze hat, gewinnt.

Anfangs haben die zwei Kinder immer mit Mama und Papa gespielt, inzwischen kann es auch mal passieren, das die zwei selbstständig das Spiel aus dem Regal holen und eine Runde spielen. Eine Runde dauert circa 15 Minuten, die Länge des Spieles ist ideal, um nicht die Geduld zu verlieren. Und es bleibt selten bei nur einer Runde.

Eigentlich ist meine größte Freude, mit den Kindern die eigenen Lieblingsspiele zu entdecken. Dazu zählen die „alten“ Spiele des Jahres wie beispielsweise Carcassonne, Alhambra oder Alaska. Aber auch die Klassiker der altbekannten „Spielesammlung“ sind bei uns noch immer aktuell: Schach, Halma, Mikado, Dame, Mühle oder „Mensch ärgere dich nicht!“. Und das Beste an den Brettspielen ist noch immer: Sie brauchen keinen Strom, keinen Akku, keine Updates. Sie lehren uns, beispielsweise bei „Mensch ärgere dich nicht!“, den aufwallenden heißen Zorn zu beherrschen, wir können einander Tipps geben und uns helfen. Wir können uns so am Erfolg der anderen erfreuen. Mit Augenkontakt und einem warmen Lächeln. Der Große plant schon die Anschaffung des normalen Labyrinths, das im Jahr 1986 zum Spiel des Jahres gekürt wurde und mich bereits mit elf Jahren begeisterte. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Taschengeld reicht und wir mit der Erwachsenenversion des Labyrinths weiterspielen.