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Kommentar: Eine Wahl mit Auswahl

Kirchheim hat am 1. Dezember die Wahl: Zumindest bleibt den Wählern dabei die Qual erspart, die viele befürchtet hatten, bevor ganz zuletzt, zum gestrigen Bewerbungsschluss, eben doch noch eine zweite Kandidatur ihren Weg ins Wahlamt fand: die Qual, zur Wahl gehen zu sollen, ohne eine Auswahl zu haben; die Qual, entweder hinter der einzigen Bewerberin ein Kreuzchen zu machen oder den Namen einer anderen wählbaren Person auf den Stimmzettel zu schreiben - und sei es auch nur, um ein persönliches Zeichen des Protests zu setzen gegen die fehlende Auswahl.

Hat man diese Auswahl nämlich nicht, beklagt man sich für gewöhnlich genau darüber: Es gibt keine Alternativen, also kann es sich auch nicht um eine Wahl handeln. Da die Wahl ein Wortbestandteil der Auswahl ist, entsteht schnell der Eindruck, eine Wahl ohne Auswahl hätte ihren Namen nicht verdient.

Nun ist alles anders gekommen: Es gibt einen Gegenkandidaten und damit tatsächlich eine Auswahl bei der Oberbürger­meis­terwahl in Kirchheim. Dass Angelika Matt-Heidecker eine seriöse Kandidatin ist, war von vornherein klar. Aber auch bei Dr. Pascal Bader hat sich die Befürchtung nicht bewahrheitet, dass sich am letzten Tag der Bewerbungsfrist ja wohl nur noch ein Spaßkandidat oder ein Querulant melden könne.

Jetzt gibt es zwar einen relativ kurzen, dafür aber einen echten Wahlkampf, mit Schlagabtausch über die Themen, die für Kirchheim wichtig sind. Das ist im Interesse Kirchheims, im Interesse der Demokratie - und es kann letztlich auch nur im Interesse der Amtsinhaberin sein, die sicherlich nicht nur „aus Langeweile“ gewählt werden wollte.

Andreas Volz

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