Kirchheim

Kritik trotz Plus von 10,6 Millionen Fahrten

Die Tarifreform des VVS vom 1. April 2019 wird von Vertretern der Regionalversammlung kritisch gesehen. Diese wird vom Land, den Kreisen und der Stadt Stuttgart jährlich mit 42 Millionen Euro bezuschusst. Im Rahmen der Reform wurden aus 52 Tarifzonen fünf Ringzonen. „Der Zuwachs ist nicht der große Erfolg“, sagte der CDU-Regionalrat Rainer Ganske. Und Bernhard Maier, Regionalrat der Freien Wähler sagte: „Der große Brüller war die Tarifreform nicht.“ Beide sitzen im Aufsichtsrat des Verkehrsverbunds.

Die Fakten: Für 2019 weist der VVS 394,5 Millionen Fahrten aus, das sind 10,6 Millionen mehr als im Vorjahr. Dies entspricht einer prozentualen Steigerung von 2,8 Prozent oder 50 000 Fahrten pro Tag. Damit liegt der VVS im bundesweiten Vergleich über dem Schnitt: Nach der vorläufigen Bilanz des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) sind die Fahrgastzahlen im Jahr 2019 bundesweit um 0,3 Prozent im Schnitt gestiegen.

Besonders gewachsen ist der Sektor Berufsverkehr. Nach VVS-Angaben hat es 2019 mit 12,6 Prozent die größten Zuwächse beim Firmen-Abo gegeben. Mehr als 1 000 Unternehmen zahlen dabei einen Zuschuss von mindestens zehn Euro pro Monat. Im Gegenzug geben der VVS und seine Partner einen Rabatt von zehn Prozent auf den regulären Preis eines Jahres-Tickets.

Stadttickets wurden im vergangenen Jahr neu eingeführt und in Ludwigsburg, Herrenberg und Esslingen rund 772 000 Mal verkauft. Das Stadtticket kostet drei Euro für Einzelpersonen und sechs für Kleingruppen oder Familien und gilt für beliebig viele Fahrten innerhalb eines Tages. Seit Jahresbeginn 2020 wird das Stadtticket in 16 weiteren Städten und Gemeinden angeboten, darunter auch Kirchheim und Dettingen. Im April sollen weitere hinzukommen. zap

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