Kirchheim

Kulinarischer Spaziergang mit Musik

Veranstaltung Über Pfingsten läuft wieder das Kirchheimer „Streetfood-Festival“ am Flugplatz auf der Hahnweide. Das Angebot an Foodtrucks und Konzerten ist groß und abwechslungsreich. Von Günter Kahlert

Internationale Spezialitäten, das heißt Burger in Schwarz-Rot-Gold (Bild oben) oder leckere mexikanische Tacos (Bild unten). Abe
Internationale Spezialitäten, das heißt Burger in Schwarz-Rot-Gold. Fotos: Günter Kahlert

Gunnar Stahlberg sieht zufrieden aus - und erstaunlich fit. Es ist Donnerstag, 17 Uhr, Start des vierten Kirchheimer Streetfood-Festivals, und der „Macher“ ist bereits seit 33 Stunden auf den Beinen um vorzubereiten, zu koordinieren und beim Non-Stop-Aufbau seit 22 Uhr am Mittwochabend nach dem Rechten zu schauen. Da ist zweifellos eine Menge Adrenalin im Spiel. Aber alles steht „in time“ und alles ist deutlich größer und mehr geworden.

Mehr Foodtrucks, mehr Bands, mehr Parkplätze und ein wesentlich größeres Zelt mit der Bühne für die Musikgruppen. „Wir hatten letztes Jahr keinerlei Erfahrung mit dieser Location“, erzählt Gunnar Stahlberg, „aber wir haben auf die Rückmeldungen reagiert.“

So ist der „leichte Burger-Überhang“, wie er es schmunzelnd nennt, einer wesentlich größeren Vielfalt gewichen. Natürlich sind Burger prominent vertreten, aber es gibt eben auch Wok-Gerichte, Maultaschen, Bratwurst vom edlen Wagyu-Rind, einen Keltenspieß, Rumpsteak, und, und, und. Es ist eine umwerfende kulinarische Vielfalt aus vielen Ländern, und es gibt unglaublich viele pfiffige Ideen der Truck-Betreiber. Alleine was die klassischen Buns angeht, die Brötchen, die für den normalen Burger typisch sind.

Da tauchen verrückte Variationen auf. Schwarze Buns mit Tintenfischpaste gebacken oder Buns aus Teig gefärbt mit roter Bete. Es macht Laune, das auch nur anzuschauen, ein echter kulinarischer Spaziergang. Bei 30 Foodtrucks dürfte die Entscheidung nicht leicht sein - wahrscheinlich wird die Wahl oft auf die fallen, vor denen die Schlange gerade die kleinste ist.

Auch bei den Bands hat Gunnar Stahlberg aufgestockt. Start am Donnerstag war mit den „H-Rocks“ aus Nürtingen, gestern Abend stand die 17-köpfige Gruppe „Leningrad Klauboys“ auf der Bühne, heute Nachmittag spielen „Rebeldes Mind“ um 15 Uhr und am Abend sind dann „Tonic“ dran. Die Rock-Pop-Blues-Abteilung beschließt am Sonntagabend Calo Rapallo. Da sind aber auch noch drei Frühschoppen, heute morgen und am Montag jeweils um 11 Uhr. „Das hat mich letztes Jahr überrascht, es kam unglaublich gut an“, meint Gunnar Stahlberg dazu. Also hat er wieder die „Roten Lederhosen“ aus Westerheim engagiert und für Montag eine weitere Spaßtruppe, die „Lufdbomba-Kombo“.

Die Mischung macht‘s

Das Konzept von Gunnar Stahlberg geht ganz offensichtlich auf, bis zu 10 000 Besucher waren vergangenes Jahr pro Tag da. Die Mischung aus Foodtrucks, Musik und ein bisschen Rummel mit Buden, Karussell, Hüpfburg und Bungee-Trampolin macht‘s. Clever gedacht - da kann man auch die Kleinen beschäftigen, die sich sonst vielleicht eher langweilen würden.

Es ist ohnehin ein Markenzeichen des Streetfood-Festivals, dass alle Altersgruppen vertreten sind. „Manche denken, zum Streetfood-Festival kämen nur Jüngere. Das ist aber falsch“, schildert Stahlberg seine eigenen Erfahrungen. Das ist ähnlich wie bei der Kirchheimer Musiknacht. Eine Durchmischung der Generationen macht das Event entspannter und friedlicher. Auch Alkohol spielt keine Hauptrolle bei der Veranstaltung.

„Wir verkaufen riesige Mengen an Apfelsaft- und Johannisbeerschorle“, so Stahlberg. Longdrinks gibt es natürlich auch, „aber was wir an den fünf Tagen ausschenken, passt locker in einen kleinen Kofferraum“. Was gut läuft, ist seine „Streetfood Halbe“, die ihm Markus Schmidt und Felix Ungerer von der Notzinger „Braurevolution“ kreiert haben. 10 000 Flaschen haben sie ihm abgefüllt, die Hälfte ist allerdings für sein nächstes Festival im Juli in Oberensingen reserviert.

Gibt‘s denn noch einen Gedanken an den Frust des letzten Jahres, als eine drohende Nachbarschaftsklage die Veranstaltung auf dem Rollschuhplatz kippte? Gunnar Stahlberg lacht, „nein, abgehakt. Wir lieben diesen Platz auf der Hahnweide.“

Internationales Essen mit leckeren mexikanischen Tacos. Foto: Günter Kahlert
Auch für Veggi-Fans gibt es leckere Salate, umweltgerecht serviert in einer essbaren Waffel. Foto: Günter Kahlert
Ein typischer Streetfood-Wagen. Foto: Günter Kahlert

Festival-Infos

Das vierte Kirchheimer Streetfood-Festival ist heute und morgen von 11 bis 23 Uhr geöffnet. Am Montag geht das Festival von 11 bis 18 Uhr.

Jede halbe Stunde fährt vom Bahnhof ein Shuttle-Bus auf die Hahnweide. Kosten: 3.50 Euro für Hin- und Rückfahrt.

Die Parkplätze an der Hahnweide kosten 5 Euro. Gut für Festival-Dauergäste: Die Parkkarte gilt für alle fünf Tage.gük

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