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Ladehemmung

So ist das eben mit neuer Technik: Vieles ist am Anfang noch nicht rentabel und die freie Wirtschaft versagt. Deshalb muss die öffentliche Hand Starthilfe geben. Das hat der Bund in diesem Fall getan. Er zahlt aber nicht alles, sondern will die Kommunen mit Zuschüssen locken. So will er für die Fördersumme von 300 Millionen Euro 15 000 neue Ladesäulen bekommen. Die Darstellung eines Neidlinger Gemeinderats, die Gemeinde solle alles alleine bezahlen, stimmt also nicht. Zudem hätte das Albwerk bei den laufenden Kosten kräftig draufgelegt.

Es wäre ein Anfang gewesen. Neue Technik entwickelt aber oft eine Eigendynamik: Durch das gelungene EEG stieg die Nachfrage nach Solaranlagen, bald sanken deren Preise drastisch. Der Wechsel von der analogen zur digitalen Fotografie ging am Ende schneller als erwartet. Die fünfte Neidlinger Ladesäule braucht im Jahr 202x dann wohl keine Förderung mehr. Ein 1:1-Umstieg aufs Elektroauto wird nie und nimmer funktionieren, wir brauchen viel weniger Autos, aber diese dann bitte elektrisch. Das kommt: Wie schnell der Verbrenner Geschichte wird, wird viele erstaunen. Dass die Mehrzahl der Neidlinger Gemeinderäte jetzt zwanghaft Hindernisse sehen will, statt den Umstieg zu befördern, ist schade. Dann muss halt doch die Wirtschaft ran. Bei einer fünfstelligen Summe müsste es jemand Größeres sein. Festool, übernehmen Sie?


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