Kirchheim

Liederreigen und Silvesterknaller zum Frühling

Chöre und Theatergruppe der Jesinger Eintracht begeistern und unterhalten

Die Folgen einer zu stark geratenen Bowle demonstrierte die Theatergruppe der Jesinger Eintracht.Foto: Thomas Skalak

Die Folgen einer zu stark geratenen Bowle demonstrierte die Theatergruppe der Jesinger Eintracht. Foto: Thomas Skalak

Kirchheim. Es war ein echter Knaller, was die Theatergruppe mit ihrem Stück „Silvesterknaller“ auf die Bühne brachte und ein buntes musikalisches Allerlei, mit dem die Chöre des Gesangvereins Eintracht Jesingen ihr Publikum zu begeistern wussten.

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Temperamentvoll eröffnete der Gemischte Chor Crescendo den Liederreigen mit der „Julischka aus Budapest“ aus der Operette „Maske in Blau“. Die Leitung des musikalischen Teils hatte Gabriele Grabinger, die auch sehr kurzweilig durchs Programm führte. Sie arbeitet seit knapp sechs Jahren mit dem Männer- und Gemischten Chor Crescendo in Jesingen und hat in dieser Zeit schon viel erreicht. Sie hatte das abwechslungsreiche Programm zusammengestellt, das nicht nur die musikalische Bandbreite, sondern auch die Darbietungsformen prägte. Der Chor führte sein Publikum von Ungarn nach Spanien (Besame Mucho, Amigos para siempre), nach Griechenland (Griechischer Wein), träumte von der Liebe in Paris und landete zum Schluss in Italien, wo die Männer dann zeigten, „was ein richt‘ger Italiener alles kann“.

Opernflair verbreitete sich, als die junge Sängerin Sarah Schäfer in Galakleidung im Rampenlicht erschien und mit ihrer wunderbaren Stimme „Du sollst der Kaiser meiner Seele sein“ (Robert Stolz) und „Meine Lippen sie küssen so heiß“ (Franz Lehar) das Publikum bezauberte.

Der Männer-Projektchor, bekleidet mit Frack und Zylinder, betrat die Bühne. Männerchorsound vom Feinsten erfüllte die Gemeindehalle. Der Projekt-Männerchor besteht nun schon seit ein paar Jahren. Männer aus der ganzen Umgebung singen immer wieder bei neuen Projekten mit und lassen sich von Gabriele Grabinger motivieren und begeistern. Neben klassischem, immer wieder gerne gehörtem Liedgut setzten sie mit viel Spielfreude den „Kriminaltango“ ins Szene, wobei der Schuss die eigene Dirigentin traf. Hervorragend begleitet am Flügel wurden Chöre und Solistin von Peter Grabinger, der Einfühlungsvermögen und Qualität als wandelbarer Liedbegleiter einmal mehr unter Beweis stellte. Der chorische Teil endete mit einem Medley aus den 30er-Jahren, abwechselnd von den passend gekleideten Damen und Herren singend und spielerisch dargestellt. Die Zuhörer zeigten sich begeistert und belohnten mit lang anhaltendem Applaus.

Als Szenenwechsel gab es richtiges Theater, nämlich den „Silvesterknaller“, gespielt von der Theatergruppe des Vereins. Walter (Frieder Bernauer) hat seinen Chef, Georg Liebling (Wolfgang Haller), mit seiner Frau Lilo (Anke Stähle) und deren Sohn Bruno (Hans Frasch) zur Silvesterparty eingeladen. Walters Frau Karin (Cornelie Martsch) verspricht sich nicht nur eine Aufstiegschance, sondern möchte auch ihre Tochter Alisa (Susanne Müller-Oßwald) mit Bruno verkuppeln. Walter lässt sich nicht ungern von der attraktiven Nachbarin Rosi (Katharina Bundesmann) bei der Zubereitung der Bowle stören. Durch unglückliche Umstände und durch Hilda, Karins Mutter (Barbara Illi), wird nicht nur die Bowle zu stark, sondern gerät die Party völlig außer Kontrolle. Dabei kommen pikante Details der Familie Liebling zutage. Und als Hilda in Liebling den Mann erkennt, der sie aus der Wohnung vertreiben will, ist für den Silvesterknaller die Lunte gelegt.

Die Theatergruppe ist ein hervorragend aufeinander eingespieltes Team, das mit viel Witz und komödiantischem Talent seine Gäste zum Lachen bringt. Die Freude am Spiel wirkte ansteckend und der Funke der Begeisterung sprang von der ersten Pointe an auf das Publikum über.hb