Kirchheim

Mädchen stürmen Haus und Garten

Veranstaltung Zum 23. Mal verwandelte sich das Kirchheimer Bohnauhaus in eine eltern- und jungenfreie Zone: Der Mädchentag ist ein Erfolgskonzept. Von Cornelia Wahl

Zum ersten Mal beim Mädchentag angeboten: Henna-Tattoos.Foto: Cornelia Wahl
Zum ersten Mal beim Mädchentag angeboten: Henna-Tattoos.Foto: Cornelia Wahl

Der Pädagoginnen-Treff um Doris Kurka hat einmal mehr ins Schwarze getroffen: Zahlreiche Schülerinnen sind der Einladung zum Mädchentag ins Bohnauhaus nach Kirchheim gefolgt. „Meist kommen 200 bis 300 Mädchen“, sagt Doris Kurka und strahlt.

Auch in diesem Jahr können es viele gar nicht erwarten, bis sich die Türen öffnen. Sie kommen, um Spaß zu haben, kreativ zu sein, neue Talente bei sich zu entdecken oder einfach, um mal etwas Neues auszuprobieren, wofür sie sonst noch keine Gelegenheit hatten. Die Besucherinnen sind jung: Der Mädchentag ist für Girls ab neun Jahren geöffnet.

Angesichts des vielfältigen Programms fällt es den jungen Besucherinnen manchmal recht schwer zu entscheiden, welchen Workshop sie zuerst besuchen sollen.

Ein Raunen geht schon während der Begrüßung durch den Saal, als die Station „Henna-Tattoo“ vorgestellt wird - ein Angebot, das es in diesem Jahr zum ersten Mal gibt. Und so stehen später viele in der Schlange und warten geduldig, bis sie an der Reihe sind.

Eher schon ein Urgestein bei der Veranstaltung ist die Bildhauerin Eva Brand. „Mit ihrem Specksteinangebot lockt sie jedes Jahr viele Mädchen“, erzählt Doris Kurka. Dort sitzen die jungen Besucherinnen dann und beweisen unter Brands Anleitung handwerkliches Geschick beim Formen des Gesteins zu Figuren mit Feile, Schleifpapier und Säge.

Wenige Meter weiter fertigen Schülerinnen Traumfänger an. An einer anderen Ecke im Garten versuchen sich die Mädchen beim Klettern. Mit Gurt, Seil und Helm erklimmen sie einen Baum und steigen wieder ab. Wieder andere beweisen ihre Treffsicherheit beim Schießen auf eine Zielscheibe mit Pfeil und Bogen. Und beim Flohmarkt gibt es die Möglichkeit zu shoppen.

Viel los ist auch in der Holzwerkstatt. Dort können die Mädchen zum Beispiel Herzen aussägen und mit Serviettentechnik verzieren. Auch wie man Kosmetik selbst herstellen kann, wird gezeigt. In der Filzwerkstatt bekommen Stifte ein farbiges Kleid. Bunt geht es auch beim Schminken zu. Welcher Lippenstift und welche Lidschattenfarbe es sein darf? Dazu befragt so manche junge Dame den Spiegel. Unbeschwert probieren die Schülerinnen aus, was ihnen steht und holen sich Schminktipps.

Einige der Besucherinnen sind stolz, dass sie es schaffen, den Roboter Roberta zum Fahren oder Sprechen zu bringen. Fast schon ein bisschen versteckt liegt der Raum von Pro Familia. Dort können die Mädchen einfach nur in einer Leseecke sitzen und sich über die Themen Pubertät, Verhütung und Menstruation informieren oder fachkundige Antworten auf ihre Fragen bekommen. Die Frauen vom Bürgerbüro versorgen die Besucherinnen mit Fingerfood.

Der Andrang lässt keine Zweifel: Der Bedarf für eine solche Veranstaltung ist da, ihre Bedeutung für das soziale Leben in der Stadt ist groß. Nicht umsonst hat der Tag im Bohnauhaus einen festen Platz im Terminkalender zahlreicher Mädchen. Viele von ihnen waren nicht zum ersten Mal da, und einige wissen jetzt schon: Nächstes Jahr wollen sie wieder mit von der Partie sein.

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