Kirchheim

Mahnwache gegen Rassismus

Aktion Auf dem Martinskirchplatz wird heute an die Pogromnacht erinnert. Eine Gedenkstunde schließt sich an.

Martinskirche
Martinskirche

Kirchheim. Heute jährt sich die Pogromnacht, in der in Deutschland Synagogen brannten, zum 81. Mal. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Kirchheim lädt dazu Menschen aus allen Konfessionen und Religionen und ohne Religion zur Mahnwache um 19 Uhr auf dem Martinskirchplatz ein. Unter dem Motto „Platz für Menschen jeder (Eigen-)Art und Herkunft, kein Platz für Antisemitismus und Rassismus in Kirchheim“ bringen Kerzen symbolisch Licht in die Dunkelheit. Der Ungeist, der damals wütete, sei in der Gesellschaft nach wie vor präsent, so die Veranstalter. Der Anschlag von Halle und Todesdrohungen gegen Politiker, die schon grausame Realität wurden, belegten das. Genauso Hass und Hetze gegen ausländische Mitbürger und Gewalt gegen Geflüchtete und jüdische Einrichtungen,

Am Martinskirchplatz wohnte das Pfarrerehepaar Otto und Gertrud Mörike, das gegen das NS-Regime tatkräftigen Widerstand leistete. Ihr Beispiel und die Erinnerung an 30 Jahre Mauerfall zeigten, dass Zivilcourage nötig und wirksam sei. Im Zentrum der Mahnwache steht das gemeinsame Schweigen. Es wird abgeschlossen mit einem Gebet und dem Gesang „Schalom chaverim“. Direkt nach der Mahnwache beginnt um 19.30 Uhr in der Martinskirche eine Gedenkstunde mit dem Thema „Mutiges Verstecken rettet Leben - Erlebnisberichte aus der Pfarrhauskette“. Veranstalter sind das Evangelische Bildungswerk im Landkreis Esslingen, die evangelische Stadtkirchengemeinde, die Stadt Kirchheim und die offene Kirche. Es sprechen Pfarrer Dr. Joachim Hahn, die Zeitzeugin Ursula Stöffler und Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker. Mitwirkende sind außerdem Schüler des Schlossgymnasiums und der Musikschule. Der Eintritt ist frei. pm


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