Kirchheim

Manche mögen‘s scharf

Ernährung Heute ist internationaler „Hot and spicy food day“. Auch in der Region schwören viele Zeitgenossen auf den feurigen Geschmack im Mund. Von Heike Siegemund

Enzo Miscioscia vom Restaurant „Zur Glocke“ empfiehlt Peperoni-Fans die Pizza Diavolo. Foto: Heike Siegemund
Enzo Miscioscia vom Restaurant „Zur Glocke“ empfiehlt Peperoni-Fans die Pizza Diavolo. Foto: Heike Siegemund

Es gibt viele kuriose Gedenk- und Aktionstage. Einer davon: der heutige „Tag des scharfen Essens“. Wobei „scharf“ ja relativ ist. Manche bekommen schon Magenprobleme, wenn sie nur an eine Chilischote denken, anderen wiede­rum kann es nicht feurig genug im Mund sein. Anlass für den Teckboten, sich in der Region umzuhören: Wer isst scharf - Mann, Frau, Jung oder Alt? Und ist scharfes Essen eigentlich gesund?

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„Pizza Diavolo und Penne all‘arrabbiata sind bei unseren Gästen sehr beliebt“, sagt beispielsweise Enzo Miscioscia vom Kirchheimer Restaurant „Zur Glocke“. Scharf-Esser gebe es in jeder Altersklasse, wobei mehr Männer als Frauen pikante Gerichte bestellen, hat er beobachtet. In seiner Pizzeria werden Peperoni aus Kalabrien und Pachino-Kirschtomaten aus Sizilien verwendet, verrät Enzo Mis­cioscia. Die Schärfe der Peperoni und die Süße der Tomaten „geben einen sehr guten Geschmack“. Ebenfalls eine Delikatesse für Zeitgenossen, die scharfes Essen lieben, sei die Salami Spianata piccante. „Die verwenden wir für unseren Vorspeisenteller, und auch in unserem Laden wird sie gerne gekauft.“ Bei dem Gastronomen selbst darf es ebenfalls gerne etwas schärfer sein: „Scharfes Essen soll gut sein für die Durchblutung“, sagt er. Besonders in heißen Ländern setze man auf scharfe Gewürze, weil sie die Körpertemperatur senken. Außerdem werde der Kreislauf angekurbelt.

Besonders scharf gegessen wird bekanntlich in der indischen Küche, weshalb sich die Frage stellt: Wie scharf essen die Deutschen nach Empfinden der Inder überhaupt? „Vielleicht fünf Prozent unserer Gäste essen richtig scharf wie in Indien“, sagt Shera Singh, Mitarbeiter des indischen Restaurants „Ganesha“ in Kirchheim. Dort unterscheidet man zwischen vier Stufen: leicht scharf, mittelscharf, sehr scharf und original-indisch richtig scharf. Dass sich mehr Männer als Frauen an scharfes Essen heranwagen, kann Shera Singh bestätigen. Ihm ist aufgefallen, dass die Kunden noch vor ein paar Jahren milde Gerichte bevorzugten. Das habe sich geändert. Mittlerweile hätten sich die Gäste an eine gewisse Schärfe gewöhnt und den Geschmack für sich entdeckt. Typische Gerichte seien zum Beispiel Fleisch mit Kartoffeln und einer scharfen Currysoße, und Madras, ebenfalls Fleisch mit einer scharfen Soße aus Champignons, Kokosmilch und Chili. An Gewürzen verwendet man in der indischen Küche neben Chili zum Beispiel Ingwer, Pfeffer, Knoblauch, Curry, Koriander, Nelken, Senf, Zimt und Kardamom. Im „Ganesha“ setze man vor allem auf grüne Peperoni: „Die haben viele Vitamine.“

Pikante Gerichte wie Penne all‘arrabbiata, die eine „angenehme Schärfe“ aufweisen, sind auch in der Pizzeria „Antica Roma“ in Kirchheim der Renner, sagt Mitarbeiter Sergio Cammarota. Wenn es ein Gast noch feuriger haben möchte, biete man ihm getrocknete und frische Peperoni oder Chili-Olivenöl an. Auch Sergio Cammarota selbst ist ein großer Fan von scharfen Gerichten - und zwar „extra-scharfen“, wie er sagt.