Kirchheim

„Masken und Tests sind der richtige Weg“

Reaktion Oberbürger­meister Pascal Bader nimmt Stellung zu Protest­aktionen gegen die Maskenpflicht an Schulen.

Kirchheim. Parolen gegen das Maskentragen sind in den letzten Tagen in Kirchheim an Schulen sowie unter den Rathausarkaden aufgetaucht. Sie wenden sich sowohl gegen eine Masken- als auch gegen eine Testpflicht. Kinder werden dabei als besonders gefährdet dargestellt, wenn sie Masken tragen müssen und getestet werden sollen. Um die Emotionen der Botschaft zu verstärken, standen neben den Pappschildern Kerzen und Kinderschuhe. Vor dem Rathaus lagen vor allem auch Plüschtiere. Herzen, die aus rotem Papier ausgeschnitten waren, sollten möglicherweise auf die Hilfsorganisation „Ein Herz für Kinder“ anspielen, die mit solchen Aktionen allerdings nichts zu tun hat.

Wie reagiert die Stadt darauf? Oberbürgermeister Pascal Bader sagt pragmatisch: „Man räumt das halt weg. Unsere größte Sorge war, was wir mit den Kinderschuhen und den Spielsachen machen, die da vor den Türen lagen. Wo und wie finden wir dafür Abnehmer? Wir wollen es ja nicht einfach entsorgen.“ Wegräumen ist allerdings nicht das einzige, was Stadt und Schulen in solchen Fällen unternehmen. Es werden auch Fotos angefertigt und der Polizei übergeben. Gerade der Aufenthalt auf dem Schulgelände kann - je nach Situation vor Ort - Unbefugten nicht gestattet sein.

Jeder kann seine Meinung haben

Die Botschaften, bei denen er persönlich vermutet, dass der querdenker-nahe Verein „Eltern stehen auf“ dahinterstecken könnte, nimmt Pascal Bader ganz unterschiedlich auf: „Grundsätzlich kann man bei uns erst einmal seine Meinung vertreten. Wir leben in einem freien Land.“ Die Aktionen gegen die Maskenpflicht sieht er also durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt.

„Ich selbst vertrete da allerdings eine ganz andere Meinung: Ich bin ganz klar für eine Maskenpflicht an Schulen - und auch für möglichst viele Tests. Ich glaube, dass das der richtige Weg ist.“ Als einen Grund dafür nennt der Oberbürgermeister die Tatsache, dass Schulen und Kindergärten seit ihrer Wiedereröffnung mit zu den größten Infektionsherden zählen. Um also die Inzidenzzahlen senken zu können, seien Masken und Tests unerlässlich: „Nach den Osterferien brauchen wir auch dringend Tests in Kindergärten.“

Dass es unangenehm ist, Maske zu tragen, räumt Bader durchaus ein. „Aber Maskenpflicht und Tests tragen dazu bei, Kinder und damit auch ihre Familien vor dem Virus zu schützen. Ich befürworte das, gerade weil mir die Gesundheit der Kinder, der Lehrer und der Erzieherinnen am Herzen liegt.“ Botschaften, die stattdessen die Masken als gesundheitsschädlich anprangern, hält er deshalb für „bedenklich“. Andreas Volz

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