Kirchheim

Melodien, die Fernweh wecken

Konzert Bella Italia und griechischer Wein: Mit Schlagern und beschwingten Evergreens entführten die Sänger der Eintracht Kirchheim ihr Publikum in südliche Gefilde – musikalische Urlaubsstimmung pur. Von Nicole Mohn

Optisch und akustisch nahmen die Sänger ihr Publikum mit auf eine Reise in den Süden.Foto: Nicole Mohn
Optisch und akustisch nahmen die Sänger ihr Publikum mit auf eine Reise in den Süden. Foto: Nicole Mohn

Sommer, Sonne, Strand und Meer - mit diesen Vorboten machte der Gemischte Chor der Eintracht Kirchheim am Sonntag Lust auf den nächsten Urlaub im Süden. Im Gepäck hatten die Sänger und „Tourguide“ Gunther Rall alte Schlager und Melodien dabei, bei denen das Publikum nur allzu gerne mit einstimmte.

Mit einer „Fiesta in Rio“ begann der Chor seinen musikalischen Urlaub. Für rund anderthalb Stunden ließen die Zuhörer im Lindorfer Bürgerhaus Regen und Wolkenbrüche hinter sich. Getragen von den beschwingten Evergreens wie „Marina“, das Rocco Granata Ende der 50er-Jahre einen Riesenhit bescherte, ging es der Sonne entgegen. Klar, auch Conny Fröbes unvergessener Schlager von den „zwei kleinen Italienern“ dufte als Reiseunterhaltung da nicht fehlen, ebenso wenig wie Vico Torrianis „Bella, bella Donna“. Melancholischer wurde es bei dem Udo-Jürgens-Klassiker „Griechischer Wein“, in dem die Sehnsucht und das Heimweh griechischer Gastarbeiter im Vordergrund stand.

Der kleine Männerchor der Eintracht, fesch mit Strohhut und Fliege, ließ den Kuckuck aus dem schweizerischen Volkslied „L‘ inverno è passato“ munter durch den Saal flattern und berührte mit seiner leisen und wehmütigen Version des „Bajazzo“ die Herzen der Zuhörer.

Für ein äußerst unterhaltsames Intermezzo sorgte Boris Popovic, der am Klavier wie auch als Entertainer mit beliebten Melodien und Concertos sowie kleinen Anekdoten zu bekannten Künstlerpersönlichkeiten das Publikum begeisterte. Mit ihm zusammen stimmten die Gäste italienische Dauerbrenner wie „Santa Lucia“ an und beschworen die Sonne mit einem stimmgewaltigen „O sole mio“.

Dass Dirigent Gunther Rall nicht nur ein hervorragender Pianist ist, sondern auch eine schöne Singstimme hat, bewies er im Duett mit Dominik Keller an der Klarinette beziehungsweise mit dem Saxofon. Mit Adriano Celentanos „Azzuro“ beschworen sie Sommer, Sonne und den schönen blauen Himmel. Auch das alte Protestlied „Bella Ciao“, das im Sommer 2018 in einer modernen Version die Charts eroberte, stimmten sie gemeinsam an. Bei „Volare“, das Dean Martin in seiner unnachahmlichen Art einst weltbekannt machte, glänzte Keller als Saxofonist.

Mit einem bunten Medley verabschiedete sich der Gemischte Chor und ließ mit den „Capri-Fischern“ zum Abschluss seiner Reise die Zuhörer noch einmal einen schönen Sonnenuntergang erleben.

Das Konzert nutzte der Verein, um langjährige Mitglieder auszuzeichnen. Die silberne Ehrennadel des Schwäbischen Chorverbandes ging an Anna Schroth, die seit 25 Jahren aktiv singt. 40 Jahre sind es bei Helga Gulde und Erika Bohn­acker, die die Ehrung aber nicht selbst entgegennehmen konnte. Martha Ruoff singt bereits seit 60 Jahren aktiv. „Das ist der Beweis, dass Singen jung hält und verbindet“, so Monika Renz.

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