Infoartikel

Minderjährige Flüchtlinge kommen in Wohngruppen unter

Minderjährige Flüchtlinge ohne Begleitung stellen die Landkreise vor besondere He­rausforderungen. Ein Platz in einer Gemeinschaftsunterkunft kommt für sie nicht infrage. Die Kinder und Jugendlichen, die nicht selten traumatisiert sind, kommen in betreuten Wohngruppen der Kreis-Jugendhilfe unter. Drei solcher Einrichtungen stehen dafür im Kreis Esslingen zur Verfügung. Bei der Kinder- und Jugendhilfe in Neuhausen, der Stiftung „Jugendhilfe aktiv“ in Esslingen und der Kirchheimer Paulinenpflege sind derzeit 41 minderjährige Flüchtlinge aus Balkanstaaten, Afghanistan und Schwarzafrika untergebracht. Sieben davon, im Alter zwischen 15 und 18 Jahren, leben in Kirchheim. Ab Juni soll es unter dem Dach der Stiftung Tragwerk eine weitere Wohngruppe mit acht Plätzen geben. „Damit kann der Landkreis seine Quote in diesem Jahr erfüllen“, sagt der Vorstandsvorsitzende Manfred Sigel. Ein wichtiger Baustein auf dem Weg in ein geregeltes Leben ist der Zugang zu Schulunterricht und Berufsausbildung. An den beruflichen Schulen im Kreis gibt es derzeit vier Vorbereitungsklassen, elf sollen es im kommenden Schuljahr insgesamt werden. Der Landkreis Esslingen ist mit 41 von landesweit 170 minderjährigen Flüchtlingen besonders stark gefordert. Ein Grund dafür ist die Nähe zum Stuttgarter Flughafen, über die viele der Jugendlichen einreisen. Anders als die Erwachsenen, die über die Landes-Erstaufnahmestellen den Landkreisen nach einem festen Schlüssel zugewiesen werden, kommen Kinder- und Jugendliche ohne geregeltes Verfahren hier an. Sie werden von der Polizei aufgegriffen oder melden sich selbst bei den Behörden. Oft werden sie von Schleppern ausgesetzt und sich selbst überlassen. Neben dem Angebot der Jugendhilfe wirbt der Kreis für private Patenschaften. „Sie erleichtern vieles“, sagt Landrat Heinz Eininger. „Weil sie den Einstieg ins Leben bedeuten.“ Die Landkreise drängen auf eine bundesweit gerechtere Lastenverteilung. „Auf den entsprechenden Gesetzesentwurf warten wir noch immer“, sagt Eininger.bk


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